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Die Bedienung war sehr freundlich, brachte uns zum reservierten Tisch, nahm die Mäntel ab und kümmerte sich gut um uns. Als wir unser Hauptgericht nach längerer Wartezeit reklamierten (lange nach uns gekommene Gäste an Nebentischen waren schon beim Dessert) wurde direkt in der Küche nachgefragt und die Kellnerin kam mit der Botschaft "es sei alles gerade in Arbeit" zurück. Mein Eindruck war, dass die Küche gepennt und unseren Bon nach der Vorspeisenzubereitung "versemmelt" hatte, zumal auch der zum Hauptgericht gehörende Salat erst nach unserer Reklamation kam. So etwas sollte nicht passieren.
Neben der normalen Karte gab es eine spezielle Wildkarte. Wildschwein, Reh und Hirsch waren darauf vertreten; mein Lieblingswild Feldhase wie auch Fasan, Wildente und Rebhuhn waren leider nicht. Und was die Gans auf der Wildkarte verloren hatte, kann ich nicht sagen,denn sicher war damit die wie ich als Jäger weiss sehr tranig schmeckende Wildgans sicherlich nicht gemeint sondern eher die ganz normale Vertreterin der Gattung Hausgans, die besonders zu Sankt Martin gerne verzehrt wird.
Gegessen haben wir als Vorspeise Rehconsommée mit Briocheknödel bzw. Maronensuppe mit weissem Portwein und als Hauptgericht Rehrücken mit Shitakepilzen, Kartoffel-Kürbis-Rösti und Feldsalat. Getrunken wurde Pils sowie ein leichter Riesling von der Saar. War die Rehconsommée schon sehr lecker, wobei der annoncierte Brioche-Knödel kein Brioche- sondern ein modifizierter Semmmelkloss war, wurde sie doch von der Maronensuppe geschmacklich um Längen geschlagen. Perfekt zubereitet und abgeschmeckt , mit makelloser Konsistenz; besser geht es auch beim Sternekoch nicht. Die Tranchen vom Rehrücken hatten den Garpunkt geringfügig überschritten, waren innerlich nicht mehr ganz so rosa wie ich es mag, aber immer noch sehr zart. Leider hatten wir beim Saucenspiegel den Eindruck, dass vom Wildfonds oder -jus in der Küche nicht mehr genügend da (war ja schliesslich der letzte Tag der Wildwoche) und deshalb ordentlich "gestreckt" worden war. Schade, aber eine vernünftige Wildsauce schmeckt ganz anders als die uns servierte; auch passten die Shitakepilze nicht zum Gericht. Pfifferlinge oder Stockschwämmchen wären hier die absolut bessere und stimmigere Wahl gewesen. Der mit angeröstetem Speck angemachte und lauwarm servierte Maronensalat wiederum war sehr gut , die Kartoffel-Kürbis-Rösti haben mir nicht geschmeckt. Hier hätte ich mir zu Wild passende Klösse oder selbstgemachte Spätzle gewünscht. Da die Kombination insgesamt nicht stimmig war, kann ich hier nur vier Sterne vergeben.
Wer sehr anspruchsvolle Küche erwartet, ist im "Maison au lac" im falschen Lokal! Wie bereits erwähnt ist es ein reines Ausflugslokal, in dem man auch essen kann und mit einem Angebot wie man es in Ausflugslokalen am Wasser oder sonstwo erwarten kann: Küche ohne grössere Ambitionen für Laufkundschaft zu marktüblichen Preisen. Wem das genügt der ist hier ganz gut aufgehoben.