"Sympathisch, italienisch und jeden Cent wert"
Geschrieben am 30.07.2026 2026-07-30
Ristorante La Rosalie im Hotel Oyten am Markt
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Restaurant, Pizzeria
017631575607
Hauptstraße 85, 28876 Oyten
"Gut? Doch es war gut"
Geschrieben am 23.05.2016 2016-05-23
Restaurant Zum alten Krug
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Restaurant, Partyservice, Gasthof, Festsaal
042071283
Hauptstraße 96, 28876 Oyten
"Da kommt Freude auf"
Geschrieben am 27.04.2016 2016-04-27
Restaurant in Linda's Hotel
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Restaurant, Hotel, Partyservice
042075913
Schulstraße 1, 28876 Oyten
"Hotel, ja, aber nicht mehr."
Geschrieben am 27.04.2016 2016-04-27
Hotel Oyten am Markt
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Cafe, Hotel
042074554
Hauptstraße 85, 28876 Oyten












Die Erinnerung an diesen schönen Abend mit den Borgfelders ist noch präsent. Es wurde viel erzählt und gelacht, maßvoll getrunken und natürlich auch sehr gut diniert. Einen Bericht hierzu kann ich aus Mangel an bildlichen Beweisen leider nicht mehr nachliefern. Aber da war nicht nur mir das seltene „Entre Nous“ wichtiger als die gebotene Kulinarik bzw. deren Beurteilung.
Am nächsten Tag besuchten wir schon morgens den Adventure Park Bremen. Unsere Kleine durfte in diesem empfehlenswerten Indoor-Spielplatz in der Nähe des Weserpark-Shopping-Centers ihrem Kletter-, Hüpf- und Bewegungsdrang ausgiebig nachgehen. Zur Mittagszeit waren die mitgebrachten Snacks aufgebraucht, weshalb ich das Netz nach Einkehrmöglichkeiten im näheren Umfeld abklapperte.
Auf die langweiligen, immer gleichen Shopping-Mall-System-Gastros bzw. Franchise-Ketten hatten wir keine Lust und das nahegelegene „The Ash“ (auch eine Kette) sprach uns nur mäßig an. Der stark ausgeprägten Pasta-Affinität unseres Töchterchens entsprechend, scannte ich das Umland nach einkehrwürdigen „Ristorantes“ ab und siehe da: in der nicht weit entfernten Gemeinde Oyten (Landkreis Verden, Niedersachsen) würde ich fündig.
In dem direkt an der Hauptstraße befindlichen Hotel Oyten am Markt hatte nur ein paar Wochen zuvor ein neues, italienisches Lokal namens „La Rosalie“ eröffnet.
Die ersten Berichte darüber klangen recht vielversprechend. Also wagten wir eine telefonisch angekündigte Einkehr an jenem Sonntagmittag.
Vom hoteleigenen Parkplatz direkt vorm Haus ging es eine kleine Treppe hoch und schon befanden wir uns im hellen, mit reichlich Topfgrün versehenen Gastraum, der mit bequemen Sitzgelegenheiten – natürlich wollte sich das Töchterchen gleich auf einer gut gepolsterten, mit Kunstleder überzogenen Wandbank fläzen – und dunklen Bistro-Tischen eher funktionalen Charakter besaß.
Nun, vielleicht wirkt das kulinarische Reich der beiden sympathischen Inhaber Maria (Service und Küche) und Ilario (Küchenchef) abends – bei entsprechender Beleuchtung – etwas gemütlicher. Aber entscheidend ist ja bekanntlich das, was auf dem Teller landet. Und so warfen wir mehr als nur einen Blick ins Speisenprogramm, das mit gängigen Italo-Klassikern nicht hinterm Vesuv hielt.
Mit Bruschetta, Vitello, Carpaccio und Co. grüßte die Antipasti-Fraktion, ehe ein knappes Dutzend Nudelgerichte unsere Lust auf Pasta weckte. Neben einer völlig ausreichenden Auswahl an Pizzen, hatte man auch Fleischiges (u.a. Rinderfilet und Kotelett Milanese) und Fischiges (u.a. Dorade, Schwertfisch alla Livornese) im Angebot.
Wir blieben jedoch der Teigwarenabteilung treu und orderten zur Bruschetta Classica (6 Euro) die Spaghetti mit Meeresfrüchten in Tomaten-Knoblauch-Sauce (18 Euro) – die in der Karte annoncierten Tagliolini waren leider aus – sowie die gleiche Nudelsorte in der Carbonara-Version (14 Euro). Für das kleine Fräulein gab es Miniatur-Penne mit Sahnesauce (8 Euro) und reichlich Parmesan oben drauf.
Die Flasche Mineralwasser wurde uns für gastfreundliche 5 Euro geliefert. Für die kleine Apfelschorle verlangte man 3,50 Euro. Preislich also alles auf Normalniveau.
Den Anfang machte eine stattliche Bruschetta-Portion.
Fünf geröstete, üppig mit Tomatenklein, Knoblauch, Olivenöl, Oregano, Balsamico-Crème und Parmesan belegte Brotscheiben wurden uns als Vorspeise zum Teilen serviert. Wir waren positiv überrascht, wie gut unserer Kleinen die Bruschetta schmeckte.
Es kommt ja noch nicht allzu oft vor, dass sie ihren kulinarischen Teigwaren-Kosmos freiwillig verlässt…
Aber auch wir waren von den saftig belegten Röstbrotscheiben sehr angetan. Gut vorgesättigt gingen wir bald zur Pasta über. Da wir zu den ersten Gästen des Tages zählten und es an diesem Sonntag eher ruhig zuging, mussten wir nicht lange auf unser Essen warten.
An dieser Stelle sei der herzliche, bambini-freundliche Service von Maria erwähnt. Kinder sind im „La Rosalie“ mehr als gerne gesehen. Vom Empfang bis zur Verabschiedung hatten wir stets das Gefühl, bei unserem Stamm-Italiener zu sitzen. Und wenn man so gut umsorgt wird, kommt man gerne wieder. In unserem Fall nur drei Tage später am letzten Tag des vergangenen Jahres.
Während unser Töchterlein genüsslich ihre mit reichlich Parmesan umamisierten Sahnenudeln verdrückte, erfreute sich meine Frau an ihrer mit gebrutzeltem Guanciale servierten Carbonara, bei der in erster Linie Ei und Parmesan den Ton angaben. Ob sich in der Sauce auch Sahne befand, kann ich nicht (mehr) mit Bestimmtheit sagen. Sättigend war ihr Pasta-Teller aber allemal. Nur der Guanciale-Anteil erschien ihr in Anbetracht seiner Würze etwas überdimensioniert.
Meine angenehm bissfeste Meeresfrüchte-Pasta rechtfertigte den Vertrauensvorschuss an die Küche auf eindrucksvolle Art und Weise. Für mich ist (in einem italienischen Restaurant) ein Nudelteller mit Meeresgetier immer ein guter Gradmesser für die Leistung der Küche und der vorherrschenden Produkt-Frische, weshalb ich die Bestellung eines solchen auch beim Erstbesuch gerne mal „riskiere“.
Ein vollmundiger Tomatensugo mit spür- und sichtbarem Knoblauchanteil bildete die Grundlage für meine Pasta Frutti di Mare. Mies- und Venusmuscheln (teilweise noch in ihren offenen Schalen versteckt), Pulpostreifen und zwei gegrillte Garnelen sorgten für ein genussvolles maritimes Klima auf dem Teller.
Ein paar Kleckse vom roten Pesto brachten zusätzliche Abwechslung ins Aromengefüge. Die Verwendung frischer Kräuter (Petersilie!) machte sich ebenfalls gut auf der Platte. Auch die nicht kleinlich portionierten Schalen- und Krustentiere wussten geschmacklich zu überzeugen. In der Summe also ein tadelloses Gaumenerlebnis in Sachen Meerespasta, mit dem ich in dem unauffälligen Zweckbau an der Oytener Hauptstraße nun wirklich nicht unbedingt gerechnet hätte.
Ich war mehr als positiv überrascht und ließ drei Tage später die Tagliolini Gamberoni (18 Euro) folgen, die mir ebenfalls sehr zusagten.
Meine Frau genoss zeitgleich die Pappardelle mit Rinderstreifen in cremiger Tomatensauce (16 Euro), die ihre Carbonara sogar noch toppten.
Chefkoch Ilario scheint ein echter Saucenkönner zu sein. Schön, dass wir beim zweiten Besuch auch mit ihm ein paar nette Worte wechseln konnten.
Sollten wir nächsten Winter mal wieder im Bremer Osten den Adventure Park aufsuchen, würden wir im Anschluss eine Einkehr im „La Rosalie“ mit Sicherheit fest einplanen. Dann auch gerne zusammen mit den Schwiegereltern, die zu solider italienischer Küche bei sympathischen Gastgebern auch nicht nein sagen. Zumal man es hier auch preislich nicht übertreibt.
Maria und Ilario wünsche ich für die Zukunft das Beste. Mögen ihre mit Liebe zur italienischen Küche zubereiteten Speisen auf eine pizza- und pastafreundliche Klientel treffen, die das zu schätzen weiß.