Besucht am 03.09.2026Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 60 EUR
In Hamburg kann man, als großer Millionenstadt, wohl fast täglich von einer neuen Veränderung in deren Gastronomielandschaft hören, sei es eine Schließung oder Neueröffnung. Da verliert man bestimmt sogar als Einheimischer manchmal den umfassenden Blick, geschweige denn als "Außer-Hamburger". So sind es für mich persönlich vor allem einschlägige Restaurant-Webseiten und Foodblogger, über die ich hier von Neuigkeiten erfahre und das sind dann meist wohl bereits die als besonders erwähnenswert selektierten.
Umso überraschender ist es dabei, wohl selbst für Einheimische, dass heuer ein bereits seit Sommer 2024 geöffnetes Lokal viel Aufsehen unter den "Foodies" erzeugt. Verstärkt wird die Verwunderung noch dadurch, dass es auch gar kein designierter Anwärter auf neue Michelin-Weihen oder ein bereits berühmter Koch ist, den es in die Hansestadt gezogen hat, noch ist es ein innovatives "Gastro-Start-Up".
In vieler Munde ist hingegen das unscheinbare, asiatisch ausgelegte Restaurant "MENMO", welches sich nur ein paar Häuserblöcke entfernt vom nördlichen Ende der Außenalster im Stadtteil Winterhude befindet. Außenansicht mit der Terrasse links.
Ob es vielleicht ein kleiner Fingerzeig des Schicksals ist, dass sich in diesem Ecklokal im weiß gestrichenen Hause vormals das Sternerestaurant "Trüffelschwein" befand? Hinter dem "MENMO", dessen Name in güldenen Lettern auf schwarzem Hintergrund über dem Glastür-Eingang thront, verbirgt sich das junge, aus Vietnam stammende Paar aus dem Koch Phuc Cao und seiner Frau Nguyen Uyen. Mit Blick auf ihre Website versprechen sie dort, mit ihrem Restaurant einen "Hotspot für fine vietnamesische Küche" in Hamburg geschaffen zu haben, in dem das Angebot nicht nur aus "gebratenen Reis oder Sommerrollen" bestehen soll, sondern stattdessen der Gast mithilfe der "Kunst der Fermentation" und den daraus resultierenden "Gerichten mit intensiven, vielschichtigen Umami-Aromen" begeistert werden soll.
Zusammen mit den eingangs erwähnten Empfehlungen waren das also mehr als genug Gründe, mit Vorfreude einen Besuch in Hamburg an diesem Dienstag im September direkt mit einem Abstecher in das Restaurant zur späten Mittagszeit zu verbinden. Innenansicht.
Was dekorativ von außen schlicht und unaufgeregt erscheint, überzeugt schon bei den ersten Schritten und Blicken im Innenbereich mit einer Eleganz, die man wahrlich mehr mit "fine" als mit 08/15-Asia-Restaurants verbindet. Stimmig passen die weinrot gestrichenen Wänden mit den in gleichem Farbton gepolsterten Holzstühlen zusammen und auch die hellen Tischplatten und dem grau gefliesten Boden sorgen für eine schöne Grundgestaltung des Innenbereiches. Empfangen wird man dabei gegenüber dem Eingang sogleich mit einer Bar, während sich der Gastbereich dann zu dessen beiden Seiten verteilt. Als Raumtrennende Elemente hat man ebenfalls dunkel gestrichene Regale mit allerhand Weinflaschen und Einmachgläsern der Fermente bestückte Regale platziert, um ein "Hallen-Gefühl" und die damit auch sich verstärkende Akustik zu verhindern. Zusätzlich zu den mit Sitzpolstern und Rückenlehnen versehenen Stühlen, die guten Komfort boten, gibt es auch eine gleichermaßen gepolsterte Wandbank.
Elegante Vorhänge, eine kleine Blumenvasen und auf jedem Tisch und die ballonartig mit Stoff bezogenen Deckenlampen komplettieren das für mein Empfinden gelungene Ambiente, dass wirklich sich in dieser Qualität wirklich eindeutig von dem eines "08/15-Asia-Palastes" abhebt und damit im Einklang zur kolportierten "fine vietnamesischen Küche" steht.
Selbst auf einige Tische im Freien muss man nicht verzichten, die sich erfreulicherweise zudem nicht direkt auf dem Bürgersteig, sondern von einer kleinen Mauer umrandet sind.
Als ich gegen 17:15 Uhr an diesem Donnerstag in das Restaurant eintrat war es in dieser Zeit zwischen Mittag und Abend noch leer. Trotzdem wurde ich sogleich freundlich von einer jungen Dame (evtl. der Besitzerin?) begrüßt und zu meinem kleinen, reservierten Tisch gebracht. In der Folge kam es bei der Bestellung erst zu etwas Verwirrung, da sie mich schon im Vorfeld auf meine Speisen über die Karte im Internet festgelegt hatte und sie mir aber auch andere Speisen schmackhaft machen wollte. Das ließ sich aber gut klären, auch wenn es zugegebenermaßen doch einen sehr unangenehmen Auftakt bedeutete und nicht recht offenherzig, sondern leicht belehrend daherkam, was doch nicht unerwähnt bleiben kann. Im weiteren Verlauf meines Besuches wiederholte sich dieser Ersteindruck zum Glück nicht, doch so ganz mit offenen Armen willkommen wie schon so oft in anderen Restaurants fühlte ich mich nicht so ganz.
Nun aber zum Hauptantreiber meiner Neugier am "MENMO": natürlich der Kulinarik. Wie bereits geschildert, wird hier zwar eine vietnamesisch ausgerichtete Cuisine geboten, doch schon der Blick auf Speisekarte zeigt, dass man sich dabei sowohl abseits von festen Traditionsgerichten, als auch einem möglichst günstigen und aufgeblähten Angebot bewegen möchte. Auch hier verdeutlicht ein Zitat der Betreiber von ihrer eigenen Website am besten, worauf man sich bei den Gerichten freuen darf: "Wir lieben es, mit neuen Zutaten zu experimentieren und gleichzeitig unseren vietnamesischen Wurzeln treu zu bleiben.". Hohe Kreativität und Anspruch an die Qualität der Gerichte zeigt sich deshalb auch bereits beim Umfang der Speisekarte, welche auf eine DIN-A4-Seite passt.
Man unterteilt dabei in "Starter" mit 8 Speisen, sowie 5 Hauptgerichte und 2 Optionen zum Dessert. Preislich kündigt sich dabei der erhoffte Anspruch an geschmackliche Abstimmung, Zubereitung und Produktqualität vor allem im Vergleich zum aktuell üblichen Preisniveau in Restaurants definitiv nicht an. So bewegen sich die Vorspeise im Bereich von 10 - 16 € und selbst die Hauptgerichte schreiten nicht über 32 € hinaus. Lediglich beim Wagyu kann man es "krachen" lassen, da hier pro 100 g berechtigte 25 € aufgerufen werden. Bei den Desserts ist man aber schon wieder mit 9 € erstaunlich günstig unterwegs
Zudem kann man sich auch bei zusätzlichen Beilagen zwischen 3 Möglichkeiten wählen, was obligatorischer Reis, aber Kartoffel Pavê und Fladenbrot sein kann und ebenfalls nicht mehr als 3 - 5 € kostet.
Positiv sei in dieser preislichen Hinsicht auch noch zu erwähnen, dass das Restaurant zu seinen frühen Öffnungszeiten von 11:30 - 16:30 eine Mittagskarte anbietet. Für unisono 12 € werden dabei aber dann doch typischere, schnellere Mittagsgerichte mit klassischer Sättigungsbeilage (Reis, Nudeln) angeboten, was sicherlich nicht mit der Ausgefeiltheit der Abendkarte vergleichbar ist. Diese ist aber nur am Wochenende auch bereits ab 12 Uhr verfügbar.
Alle Speisen stehen häufig mit einer kreativen bzw. mit einem Augenzwinkern gewählten Überschrift auf der Karte und werden darunter in ihren Hauptkomponenten benannt. Ein weiterer klarer Unterschied zu einem asiatischen Restaurant der breiten Masse. So kommt man rein von diesen Titeln her auch nicht zwangsläufig darauf, dass hier eine durchgehend asiatisch und im Speziellen vietnamesisch fundierte Geschmacksausrichtung dahintersteckt. "Thinh n Talk" (sic) steht dabei z.B. Für ein Austernpilz-Tempura mit Malzessig, Shiso und Thinh, was eine geröstete Reiszubereitung ist. "Ich hab doch Hunger!" vereint "Fried Chicken | Chili-Crisp | Viet. Limetten-Kräuter | Teriyaki | Pickles" unter sich. Auch auf der Seite der Hauptgerichte laden die Titel zum Schmunzeln ein, wie z.B. beim Fischgericht "Childhood Menmories" mit "Catch-of-the-day Fisch | XO-Soße | Saisonales Gemüse | Reis". Auch hier werden Vegetarier nicht vernachlässigt mit einem "Veggie Wellington", bestehen aus "Rettich | Blätterteig | Shiitake | Kokoscreme". Die Aufmachung der Karte und Zusammensetzung der Speisen sollte also dann doch jedem Gast klar machen, dass er hier nicht die Nr. 32 süß-sauer vorfindet, sondern sich in der Qual der Wahl vieler kreativ und neuartig daherkommender Speisen verlieren darf, was ich persönlich mit größter Freude ebenfalls immer mache und auch suche.
So entschied ich mich also mit viel Freude für folgende Vorspeise und das daran anschließendes Hauptgericht.
Für den Einstieg belief sich meine Wahl auf eine Speise mit Meeresbezug, nämlich dem erneut umschreibend betitelten "So Deep" für 24 €, wobei es sich um handgetauchte norwegische Jakobsmuscheln im Muschelsud mit Feigenblatt und Zucchiniblüten handelte. "So Deep" - Handgetauchte norwegische Jakobsmuscheln | Muschelsud mit Feigenblatt | Zucchiniblüten.
Schon das erste Stück von der Muschel zeigte, dass hier wirklich mit viel Anspruch und Präzision in der Küche gearbeitet wird. Ein makelloses Produkt wurde hier perfekt glasig und doch mit schön gerösteter Oberfläche präsentiert. Der Sud fügte mit seinem ätherisch und zitrisch-säuerlichen Aroma wahrlich etwas geschmacklich Besonderes zur Muschel hinzu. Doch bei diesen weichen Konsistenzen wurde der Biss keineswegs vernachlässigt, was in einer ebenso tollen Qualität die Baby-Zucchini samt Blüten übernahmen. Dieser Einstieg machte definitiv Freude auf mehr.
Bei den Hauptspeisen hat sich das "MENMO" in den Gästekreisen mit seiner Entenbrust bereits sozusagen einen Namen gemacht, die hier in außerordentlich guter Qualität geboten werden soll. So war es auch für mich keine schwere Entscheidung, diesem Ruf der "Duck n Go" für 32 € zu folgen, bei der eine "dry aged Entenbrust" von saisonalem Gemüse und Kartoffel Pavê begleitet und geschmacklich mit dem vietnamesischen Bergpfeffer "M?c Khén" kombiniert wird. "Duck n Go" - Dry Aged Entenbrust | Mac Khén (viet. Bergpfeffer) | Saisonales Gemüse | Kartoffel Pavé.
Schon der Anblick dieser Entenbrust ließ meinen Gaumen frohlocken und sorgte für eine innerliches „Wow!“. Glänzend, als käme sie von der KI zeigte doch der erste Biss, dass das einfach hochqualitative Realität ist. Die Haut so knusprig und doch besonders dünn, sodass sich zusammen mit dem saftig-zarten Fleisch in keinster Weise der häufig bei dieser asiatischen Speise gefühlte Fett-Overload im Mund ergab.
Doch damit der geschmacklichen Wolke nicht genug, denn die Sauce stand in ihrer Tiefgründigkeit einer französischen Gourmet-Klassik in nichts nach.
Apropos perfekt und knusprig. Hier kann man die zwei Stücke der Kartoffel Pave wohl nur als exzellentes Erdäpfel-Croissant bezeichnen. Herrlich rösch an der Oberfläche und dank unzähligen Schichten im fast schon Kartoffelpüree-artig cremig.
Als saisonales Gemüse kam Stängelbrokkoli zum Einsatz, der, wie schon die Zucchini meiner Vorspeise, ebenfalls in perfekt knackig gegart und von toller Frische die Freude an der Ente unterstützte.
In allen Komponenten und auch als gesamtes Gericht kann ich das einfach nur als Meisterwerk bezeichnen, das in Erinnerung bleibt.
Somit kann ich meine erste Erfahrung zum "MENMO" also folgendermaßen zusammenfassen.
Die Einrichtung versprüht mit der Qualität der Möbel und der abgestimmten Farbgestaltung, sowie dem Verzicht auf asiatische Folklore-Dekoration eine sehr feine und angenehme Atmosphäre. Dies unterstützt nicht nur den Wohlfühlcharakter, sondern auch den klaren Anspruch, nicht schon im Vorhinein als panasiatisches Allerwelts-Asia-Restaurant angesehen zu werden.
Der für mich aber größte Anziehungspunkt des Restaurants ist definitiv die gebotene, vietnamesisch inspirierte Cuisine, die hier mit viel Anspruch an Qualität, geschmacklicher Komposition und auch Kreativität geboten wird. Vor allem das Gericht um die Ente könnte ich mir ad hoc nicht besser ausmalen, doch auch bei der Jakobsmuschel zur Vorspeise stimmte alles.
Setzt man also diese kompositorische und handwerkliche Qualität mit den Preisen ins Verhältnis, die voll im Durchschnitt der "breiten Masse" an Abendrestaurants liegen, so ist das einfach als außergewöhnlich und phänomenal zu bezeichnen.
Trotzdem kann ich abschließend beim Service nicht die unangenehme Situation am Anfang verschweigen, bei der man auf meine bereits im Vorhinein getroffene Speisenwahl überraschend nicht fröhlich, sondern fast schon etwas belehrend reagiert hat. Auch wenn sich so eine Situation im weiteren Verlaufe nicht wiederholte, spricht es doch nicht für ein entspannt gastliches Gemüt, so sehr über das eigene Menü zu belehren.
Das "MENMO" präsentierte sich mit einer kreativen, köstlichen Kulinarik auf einem geradezu günstigen Preisniveau also wahrlich als ein perfekter Ort für Genussfreunde mit Vorlieben für asiatische Aromen. Dort stimme ich also gerne in die Lobeshymnen mit ein und hoffe aber, dass der angespannte Service-Auftakt vielleicht nur ein Missverständnis und nicht die zu erwartende Regel war.
In Hamburg kann man, als großer Millionenstadt, wohl fast täglich von einer neuen Veränderung in deren Gastronomielandschaft hören, sei es eine Schließung oder Neueröffnung. Da verliert man bestimmt sogar als Einheimischer manchmal den umfassenden Blick, geschweige denn als "Außer-Hamburger". So sind es für mich persönlich vor allem einschlägige Restaurant-Webseiten und Foodblogger, über die ich hier von Neuigkeiten erfahre und das sind dann meist wohl bereits die als besonders erwähnenswert selektierten.
Umso überraschender ist es dabei, wohl selbst für Einheimische, dass... mehr lesen
4.0 stars -
"Das "MENMO" stellte sich auch für mich als kulinarisches Juwel mit köstlicher, kreativer, vietnamesisch-basierter Küche für einen fairen Preis heraus, auch wenn der Service etwas irritierte." NoTeaForMeIn Hamburg kann man, als großer Millionenstadt, wohl fast täglich von einer neuen Veränderung in deren Gastronomielandschaft hören, sei es eine Schließung oder Neueröffnung. Da verliert man bestimmt sogar als Einheimischer manchmal den umfassenden Blick, geschweige denn als "Außer-Hamburger". So sind es für mich persönlich vor allem einschlägige Restaurant-Webseiten und Foodblogger, über die ich hier von Neuigkeiten erfahre und das sind dann meist wohl bereits die als besonders erwähnenswert selektierten.
Umso überraschender ist es dabei, wohl selbst für Einheimische, dass
Besucht am 20.06.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 162.5 EUR
Der Juni 2026 lieferte mit einem schönen Event einmal wieder einen Grund, in die Millionenstadt an der Elbe zu kommen und wie gewohnt diesen Tag bei einem erhofften kulinarischen Genuss ausklingen zu lassen. Erfreulicherweise vergrößert sich das Angebot an guter und ausgefeilter Cuisine, die aber trotzdem in Ablauf und Atmosphäre in einem entspannten Rahmen verläuft, in der Hansestadt von Jahr zu Jahr immer weiter. Damit wird aber auch die Qual der Wahl nicht verringert.
Für diesen Samstag sollte es ein Restaurant in der Speicherstadt sein, dass dort bereits seit September 2018 existiert.
Das "Kinfelts Kitchen & Wine" verdankt seinen Namen dabei seinem Gründer und Inhaber Kirill Kinfelt. Dieser ist in Hamburg schon vor der Zeit dieses Restaurants keineswegs ein Unbekannter gewesen. Im seit 2022 geschlossenen, damals im Stadtteil Hamburg Nord befindlichen "Trüffelschwein" erlangte der gelernte Koch mit seinem Team einen begehrten Michelin-Stern. Diese Ambitionen hat er in sein "Kinfelts" in der Speicherstadt aber nicht 1:1 übertragen, denn wie der Namenszusatz schon verrät, sollte hier eher ein legerer Anlaufpunkt für die Freunde von Küche und Wein entstehen. Außenansicht.
Zu finden ist das Lokal nur einen Steinwurf entfernt von der Architektur-Ikone der Elbphilharmonie. Es befindet sich dabei in einem nicht minder futuristisch gestalteten weißen Haus. Große Fensterfronten prägen das Erdgeschoss des Gebäudes, von dem das eben auch dort befindliche Restaurant definitiv profitiert. Vor allem auf der Rückseite hat man dadurch nochmals einen Blick über den anliegenden Elbekanal und die darauf befindlichen Schiffe, sowie die weitere ansehnlich gestalteten Gebäude der Speicherstadt. Interieur. Die Bar.
Betritt man das Lokal, führt sich die moderne Gestaltung des Gebäudes in der Aufmachung des Restaurants auch nahtlos fort. Farblich gestalten sich Wände und Mobiliar in dunkleren Tönen, die von Graugrün bis Schwarz reichen. Lustigerweise hat man auch bei den Sitzschalen der Stühle, die keine Armlehnen und Polsterung aber ein Sitzdeckchen haben, Hälfte-Hälfte in den genannten Farben aufgestellt. Dekoration in Form von Pflanzen oder Bildern findet man in dem Restaurant nicht. "Dekoriert" sind die Wände stattdessen mit zahlreichen Weinflaschen, die somit das "Wine" im Namen des Lokals mehr als deutlich betonen. In besonders großer Menge lassen sich diese natürlich an der Bar bestaunen, wo zudem große Tafeln hängen, die für die einzelnen Tage der Woche den "Das dicke Ding", also sozusagen den Wein des Tages präsentieren. Darüber hinaus findet man als gestalterische Elemente vor allem eingerahmte Zitate und Sprüche. Am auffälligsten, da am größten, ist hierbei sicher das "Eat . Talk . Smile . Drink . Laugh . Kiss . Repeat" , was die Philosophie des "Kinfelts" als unkomplizierte, ungezwungene und trotzdem auf gute Qualität fokussierte Anlaufstelle für Freude am Essen und Wein sicher nochmals in den Vordergrund stellen soll.
Als farbliche und auch räumliche Auflockerung hat man dem Ambiente noch orangene Vorhänge hinzugefügt, die zu diesem Zweck für mein Empfinden wirklich eine gute Ergänzung sind.
So erzeugt das Interieur also eine Atmosphäre, die zum Begriff "casual fine dining" (dafür 5€ ins gastronomische Phrasenschwein) als wirklich sehr gut passt, da sie weder kitschig und überladen, noch lieblos und angestaubt wirkt.
Für die Toiletten muss man übrigens eine Treppe ins Untergeschoss überwinden.
Selbstverständlich bietet man in diesen Sommermonaten auch ein mit großen Schirmen beschatteten Bereich im Freien an. Der Terrassenbereich.
Als wir unseren Besuch des Restaurants um 18 Uhr 30 an diesem Samstagabend begannen, waren die vorhandenen Plätze, an diesem heißen Sommerabend ausschließlich auf der Terrasse, noch kaum mit Gästen belegt. Um deren Wohl kümmerten sich dabei der Serviceleiter und Sommelier in Personalunion zusammen mit einer jungen Frau und einem jungen Mann. Nach seinem Empfang und der Darbietung des reservierten Tisches im Freien wurden wir dabei von der jungen Frau mit der Speisekarte und den Angeboten des Tages versorgt. Im weiteren Verlauf des Abends kamen wir abwechselnd mit beiden Servicekräften in Kontakt. Gleichermaßen agierten sie sowohl mit dem Anspruch des Restaurants entsprechender Professionalität und Wissen, aber gleichzeitig auch in lockerer und auch gewitzter Art. Sie trugen damit sehr gut zu der ungezwungenen und trotzdem doch hochwertigen Atmosphäre bei und verdienen für ihrer Leistung meiner Meinung nach ein Lob.
Während es für meine Wenigkeit, wie so häufig erwähnt, doch mehr die Leidenschaft an der Kulinarik als am Wein ist, nutzte mein Gegenüber die Möglichkeit des umfangreichen und vielfältigen Angebotes an Spirituosen und wählte dabei als Aperitif 5 cl von einem trockenen Belsazar für 5€.
Fokussiert und reduziert gestaltet sich die Speisekarte des "Kinfelts", welche auf 2 Seiten passt. Hierbei sei der Hinweis zu erwähnen, dass die Gerichte auch gerne in einer "zum teilen"-Variante serviert werden, wobei auf die in der Karte genannten Preise noch 3€ zusätzlich berechnet werden. Wo wir gerade bei den Preisen sind, muss hier ebenfalls klar festgestellt werden, dass man mit dem aufgerufenen Niveau die Latte für die kulinarischen Erwartungen vergleichsweise hoch hängt. Das beginnt z.B. schon in der Vorspeisen-Kategorie, wo die 20 € - Grenze bei jedem Gericht überschritten wird. Bei den Hauptgängen ist man mit einem geringen 20er-Betrag nur mit einer kleinen Portion des Pastagerichtes am Start und kann auch gerne in Sphären von über 50€ für ein Rinderfilet und sogar über 70€ für eine Seezunge vordringen (die aber wohl dann auch für 3 Personen angedacht ist). Selbst im Dessert-Bereich sind für ein "simples" Petit-Fours-Arrangement 10€ zu berappen und das Ende der Fahnenstange bildet die große Portion der Käse-Auswahl für ganze 31€.
An einer der großen Tafeln über der Bar wird in Ergänzung zur Speisekarte neben den "Weinen des Tages" auch immer noch eine kulinarische Tagesempfehlung feilgeboten.
Entlastend sollte dazu aber auch noch erwähnt werden, dass man dabei nicht nur die bekannten Menü-Portionen, sondern gerade bei den Hauptgerichten auch eine ordentliche Menge serviert werden. Trotzdem darf sich das Restaurant definitiv nicht darüber beschweren, wenn die Ansprüche an die Qualität und geringere Verzeihlichkeit bei Mängeln für mich angesichts der Preise stärker ausgeprägt sind.
An den großen Tafeln über der Bar gibt es in Ergänzung zur Speisekarte neben den "Weinen des Tages" auch immer noch eine
Die Küchenrichtung lässt sich sowohl als französisch, mediterran als auch deutsch bezeichnen. So finden sich neben Creme Brûlée, französischer Käseauswahl und Cremesuppe eben auch mal eine Trüffelpasta, Kokosnuss Panna Cotta und Pulpo. Daneben gibt es aber auch ein Wiener Schnitzel, Nordseekrabben und eben die erwähnte Seezunge. Somit sollte also für jeden Geschmack eine gute Auswahl an passenden Speisen vorzufinden sein.
Für unseren Abend entschieden wir uns beide jeweils für eine Vorspeise und ein Hauptgericht
Etwa 5 Minuten nachdem unsere Wahl vom Service aufgenommen wurde, konnten wir uns noch über etwas Brot und Butter als ersten Snack freuen. Dieses Angebot wurde zu Beginn angefragt, womit klar war, dass es sich dabei um keinen kostenlosen Gruß handelte. Es stand am Ende mit 5 € auf der Rechnung. Sauerteigbrot und Trüffelbutter.
Dabei handelte es sich um ein hausgemachter Sauerteigbrot mit einer gut gesalzenen Trüffelbutter, die ihren Namen auf voll verdiente. Sehr aromatisch und würzig passte das gut zum fluffigem und frischen Brot. Das hatte an sich schon einmal qualitativen Anspruch und sorgte somit für einen guten ersten Eindruck.
Für meinen ersten Gang entschied ich mich für die Melange namens „Pulpo - Bohnencassoulet – Paprika – Tomaten“ , welche mit 28 € bepreist war.. "Pulpo - Bohnencassoulet – Paprika – Tomaten".
Schon der erste Bissen dieses Gerichts erzeugte dank perfekt gegarter Pulpoärmchen kulinarische Freude. So zart, saftig und trotzdem mit passender Röstung versehen kann man dem für mein Empfinden nicht besser zubereiten.
Sie lagen auf dem Bett des Cassoulet aus sehr knackigen kleinen weißen und schwarzen Bohnen mit feinen Paprikawürfeln, die ein gut gebundenes und damit auch cremiges Ragout bildeten. Geschmacklich steckt eine überraschende, leichte Schärfe darin, was das ganze Gericht mit Pepp abrundete und spannend machte. Ein knuspriger Chip sorgte noch für etwas Knusperspass. Wahrlich ein starker Auftakt, der die ersten Zweifel angesichts des hohen Preisniveaus bereits komplett verdrängt.
Meine Begleitung startete ihr 2-Gang-Menü mit im maritimen Bereich mit „Nordseekrabben - Spitzkohl – Eigelb – Bisque“ für 29 €. "Nordseekrabben - Spitzkohl – Eigelb – Bisque".
Versteckt unter einer Kuppel von knackig gegarten Spitzkohlblättern konnte sie dabei eine gute Menge der frischen, saftigen Krabben genießen. Sie schwammen dabei in einer Krustentierbisque voll klassischer Eleganz mit den schönen Anis-artigen Noten von Pernot.
Was wie eine kleine Tomate auf der Spitzkohlkuppel aussieht war ein gebeiztes Eigelb, welches das Gericht mit fettiger Cremigkeit gut ergänzte. Auch diese erste Speise erfreute mein gegenüber voll und ganz.
Zum Hauptgang hoffte ich auf ein für 44€ wahrlich delikate geschmorte Rinderschulter mit „Polenta – grüner Spargel – Estragon“. "Geschmorte Rinderschulter - Polenta – grüner Spargel – Estragon".
Überzogen mit einem herrlich appetitlich glänzenden Jus, dessen kräftige Aromatik und leicht zähflüssige Konsistenz ebenfalls von viel Aufwand und Liebe in der Küche zeugte, kündigte schon der erste Schnitt (der auf nur mit der Gabel hätte erfolgen können) und Anblick an, dass hier große Fleischeslust auf dem Gaumen wartete. Die Rinderschulter im Anschnitt: Perfekt saftig, mürbe und zart.
Besser kann man das einfach nicht zubereiten und deshalb war es auch eine Wonne an Saftigkeit und Zartheit. Das tolle Mundgefühl verdankte dieses Prachtstück auch den Teilen von Fett und Kollagen, die jeden Bissen im Mund noch geschmeidiger wirken ließen.
Doch auch die anderen beiden Komponenten bewiesen, dass das Küchenteam sein Handwerk meisterlich beherrscht. Natürlich wurde der grüne Spargel genau meinen persönlichen Vorlieben entsprechend knackig in gebratener Form serviert. Das komplettierte damit sehr gut den Reigen der Konsistenzen des Gesamtgerichtes.
Denn auch dank einer guten Menge eingearbeiteten Parmesan, war die Polenta nicht nur ein cremiger Traum, sondern durch Estragon verwöhnte sie auch noch mit einer besonderen geschmacklichen Note.
Wie schon beim Pulpo konnte man auch bei diesem in allen Belangen exzellenten Hauptgericht noch an einem Chip knabbern.
Der 2. Gang meines Gegenübers sollte schließlich das original Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln, Gurkensalat und Preiselbeeren sein, dass in der kleinen Portion 28 € aufrief. "Wiener Schnitzel - Bratkartoffeln – Gurkensalat – Preiselbeeren". Kleine Portion.
Auch bei der Hauptspeise meiner Begleitung, hier in der kleinen Portion, die aber trotzdem sehr stattlich daherkam, kündete bereits der optische Anblick aller Komponenten von einer hohen Qualität.
Perfekt gewellt surfte das Schnitzel auf Bratkartoffeln, deren Röstung lehrbuchmässig mit Geduld und können erzielt wurde. Das dünne Kalb unter der krossen Panierung war natürlich noch saftig und beides zusammen wurde auch gut und trefflich gesalzen.
Für Abmilderung, Frische und Cremigkeit sorgte dann der schlotzige Gurkensalat.
Klassisch abgerundet wurde diese Entourage mit Preiselbeeren und einem Zitronenstück.
Auch bei diesem Klassiker wüsste ich jetzt nicht, was da noch zur Höchstnote fehlen sollte.
So verließen wir also nach ca. 1,5 Stunden das "Kinfelts" wieder Richtung Lübeck und nahmen dabei folgenden Gesamteindruck mit.
Die Einrichtung passt sich gestalterisch auf der einen Seite sehr gut an die moderne Architektur der Speicherstadt rund um die Elbphilharmonie an und passt zudem klar zum Konzept des Schwerpunktes auf das Weinangebot, sowie auf einer einfach zugänglichen, aber trotzdem qualitativen Speisekarte. Auch wenn man keinen Blick auf die große Elbe hat, so nimmt die vollverglaste Fassade samt dem Kanal direkt vor der Haustür der Atmosphäre zudem jedwede Enge.
Das Serviceteam am Abend unseres Besuches kümmerte sich wirklich sehr gut um uns. Ihre Freundlichkeit gepaart mit Professionalität und Aufmerksamkeit trug definitiv zur entspannten und doch höherwertigen Stimmung bei.
Die kulinarische Ausrichtung mit der Kombination aus französischen, mediterranen und auch deutschen Gerichten hält wahrlich auch bei dem kleineren Umfang für jeden Geschmack etwas bereit. Qualitativ konnte uns das Küchenteam dabei mit wirklich jeder Speise beweisen, dass sie alle Facetten des Kochhandwerks vom Gespür für Geschmack bis zur Zubereitung meisterlich beherrscht.
Die Preise erscheinen auf den ersten Blick zugegebenermaßen sehr hoch für diese "nicht sterneprämierte" Restaurantkategorie. Doch angesichts des gebotenen kann ich definitiv nicht sagen, dass ich das einfach in kleinster Weise als überzogen bezeichnen.
Gerade nach einem Besuch der vielen Sehenswürdigkeiten der Speicherstadt (Elbphilharmonie, Miniaturwunderland, Hamburg Dungeon usw.) stellt das "Kinfelts Kitchen & Wine" somit meiner Meinung nach eine empfehlenswerte Anlaufstelle für jeden dar, dessen oberste Prämisse nicht gerade das "günstig satt werden" ist und natürlich im Besonderen für alle vinophilen Genießer.
Der Juni 2026 lieferte mit einem schönen Event einmal wieder einen Grund, in die Millionenstadt an der Elbe zu kommen und wie gewohnt diesen Tag bei einem erhofften kulinarischen Genuss ausklingen zu lassen. Erfreulicherweise vergrößert sich das Angebot an guter und ausgefeilter Cuisine, die aber trotzdem in Ablauf und Atmosphäre in einem entspannten Rahmen verläuft, in der Hansestadt von Jahr zu Jahr immer weiter. Damit wird aber auch die Qual der Wahl nicht verringert.
Für diesen Samstag sollte es ein... mehr lesen
4.5 stars -
"Auf der Suche nach feinem, aber trotzdem zugänglichen Genuss in ungezwungener Atmosphäre wird man in der Hamburger Speicherstadt im definitiv "Kinfelts" fündig. Auch wenn die Preise durchaus hoch sind, werden sie aber mit exzellenter Qualität untermauert." NoTeaForMeDer Juni 2026 lieferte mit einem schönen Event einmal wieder einen Grund, in die Millionenstadt an der Elbe zu kommen und wie gewohnt diesen Tag bei einem erhofften kulinarischen Genuss ausklingen zu lassen. Erfreulicherweise vergrößert sich das Angebot an guter und ausgefeilter Cuisine, die aber trotzdem in Ablauf und Atmosphäre in einem entspannten Rahmen verläuft, in der Hansestadt von Jahr zu Jahr immer weiter. Damit wird aber auch die Qual der Wahl nicht verringert.
Für diesen Samstag sollte es ein
Geschrieben am 03.04.2026 2026-04-03| Aktualisiert am
03.04.2026
Besucht am 03.04.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 103.3 EUR
So berühmt das 2-Sterne-Restaurant "Falco" im obersten Stock des ikonischen Hochhaus-Hotels in Leipzig, sicherlich auch dank seines etwas eigenen Küchenchefs Peter-Maria Schnurr, für viele Jahre war, so sehr überraschte es im November 2023 auch, als die plötzliche Schließung bekannt gegeben wurde. Eine große Brigade in Küche und Service sah sich so nun bedauernswerter Weise plötzlich der Suche nach einer neuen Bleibe für ihre bewiesen exzellenten gastronomischen Fähigkeiten gegenüber gestellt. Dies ist zwar nicht die direkte Verbindung zum lustigerweise ebenfalls November 2023 eröffneten "Gasthaus Helmut", dem sich diese Rezension ja eigentlich widmen soll, doch ein gewisser Berührungspunkt hierzu und sogar noch zu einem weiteren Sternelokal Leipzigs besteht eben schon.
Namentlich sind dies Daniel Kreßner und Christian Wilhelm. Erstgenannter war vormals stellvertretender Küchenchef und Letztgenannter Sommelier im zu Beginn erwähnten "Falco". Wie angedeutet verließen sie das Sternerestaurant aber bereits längere Zeit vor der plötzlichen Schließung, blieben jedoch in Leipzig und taten sich vor allem mit zwei weiteren gastronomischen Persönlichkeiten der Messestadt zusammen, die in den letzten Jahren dort verdientermaßen an Bekanntheit gewonnen hatten. Ich selber habe das Restaurant "FRIEDA" bereits besuchen und die tolle Cuisine erfahren können, die Lisa Angermann und Andreas Reinke dort bieten und welche nun schon seit Jahren beständig mit einem Stern im Guide Michelin ausgezeichnet wird. Auch sie haben in der Vergangenheit bei Peter-Maria Schnurr im "Falco" gearbeitet und darüber eben die Bekanntschaft mit Daniel und Christian aufgebaut.
Gemeinsam kombinierten diese 4 also ihr gastronomisches Wissen, jedoch nicht zu einem neuen Anwärter auf die höchsten Weihen der bekannten Gastro-Führer, sondern wesentlich bodenständiger in einem Gasthaus namens "Helmut".
Auf der Website stellt das Haus seine Philosophie dabei dankenswerter Weise prägnant und schlüssig dar. Über allem steht der Slogan "HELMUT is(s)t HEIMAT". Wie man es sich von einem traditionellen Gasthaus so romantisch vorstellt, dass der Wirt mit den Bauern und Produzenten seines Örtchens per "Du" ist und hier all seine Zutaten erhält, so will also in diesem Fall der Wirt "Helmut" eine Art "Heimatküche“ mit Anspruch und Finesse bieten. Saisonalität steht hier ebenfalls im Vordergrund, doch ebenso auch der Anspruch an Qualität, sodass man den Lieferantenpool dabei nicht dogmatisch einschränkt. "Sämtliche Produkte entstammen Lieferanten der Spitzengastronomie oder regionalen Erzeugern ." heißt es dazu ebenfalls auf der Homepage. Ein weiteres Zitat schließt die Umschreibung dessen, was den Gast kulinarisch hier erwartet, noch einmal trefflich ab: "Vieles scheint bekannt und wird doch überraschen!". Das steht natürlich auch voll in unserem Sinne, denn kaum etwas ist doch bedauernswerter, als kulinarische Langeweile und Belanglosigkeit. In unseren Fokus hatte sich das "Helmut" damit bereits absolut gesetzt.
Zum Osterfest das Jahres 2026 verweilte ich also erneut in Leipzig und der erste Karfreitag sollte wieder einmal mit kulinarischem Genuss abgeschlossen werden.
Somit standen wir also um 18 Uhr vor dem Haus im nördlichen Leipziger Stadtteil Gohlis, welches somit auch wenig überraschend nur einen Steinwurf vom eingangs genannten "FRIEDA" entfernt ist. Da direkt in der Stadt und an einer Kreuzung gelegen handelt es sich hierbei natürlich nicht um ein romantisches Fachwerkhaus mit sichtbar langer Historie, sondern um eines der für Leipzig durchaus typischen, schön renovierten Gründerzeithäuser mit beigem Anstrich, Ornamenten und teilweiser Backsteinoptik, in dessen Erdgeschoss sich das Restaurant befindet. Außenansicht.
Eines ist aber durchaus passend zum "Gasthaus"-Charakter. So befindet sich gleich direkt vor dem Lokal, zu dem man übrigens ein paar Stufen nehmen muss, eine ebenfalls auf dieser erhöhten Ebene liegende, umzäunte und damit klar vom Gehweg abgetrennte Terrasse, die durchaus etwas von einem Mini-Biergarten hat. Zur warmen Jahreszeit ist das bestimmt wahrlich ein Benefit für den Zulauf zum "Helmut". Die Terrasse.
Hinter der dunklen Holztür offenbart sich dann aber ein Interieur, dass eher weniger mit einem alteingesessenen traditionellen Gasthaus gemein hat, sondern durchaus modern daherkommt. Innenansicht und Einrichtung.
Rot ist hier die absolut dominierende Farbe, lässt sie sich doch an Wänden und Decke wiederfinden. Zum Kontrast dazu wurde Schwarz als Farbe für die Tische, Stühle, sowie eine weitere Wand, die Bar und einige Weinschränke gewählt. Die Beleuchtung ist ebenfalls meist punktuell gesetzt. Das ergibt durchaus eine wärmende, angenehme Atmosphäre, bei der nur der geflieste Boden etwas „unterkühlt" wirkt, was man aber mit ein paar Teppichen versucht zu kompensieren. Die metallenen Stühle sind für etwas Komfort glücklicherweise mit einem Sitzpolster versehen.
Das Ambiente ist also in gutem Zustand, sauber und wie gesagt modern und trägt in seiner Gestaltung zu einer Gemütlichkeit und Gastlichkeit bei. Das unterstrich auch die entspannende Soul-/Jazz-Musik im Hintergrund.
Die Toiletten befinden sich im Untergeschoss, wohin eine Wendeltreppe überwunden werden muss.
Das Menü umfasst tatsächlich nur eine Seite, was den auf Produktqualität, -saisonalität und ja vor allem -regionalität gesetzten Fokus bereits deutlich glaubhaft macht. Zudem sprechen die feilgebotenen Gerichte zwar eine kreative, von den Zutaten her aber zumeist die versprochene, vertrautere Sprache, sodass hier wahrlich auch diejenigen, die über die gutbürgerliche Küche nicht gern hinausgehen, glücklich werden sollten.
Bei den Vorspeisen fanden sich z.B. karamellisierter Schweinebauch, Schwarzwurzelcremesuppe oder auch konfierter Spitzkohl, wobei die Preise größtenteils im mittleren 10er Bereich liegen.
Bei den Hauptgerichte lässt sich die „Gasthaus-Deftigkeit“ im "Helmut" bereits erlesen. Für 20er bis 30er Preise gibt es dabei Kabeljau a la Bouillabaise, Schweinshaxe und den bekannten Blumenkohl „polnisch“. Auch preisliches Highlight ist ein Chateaubriand für 2 mit 43 € pro Person.
Ein süßer Abschluss mit z.B. Kaiserschmarren , „Honigkuchen“ oder Käsebrett lässt sich für Preise um die 10 € herum bestellen.
Das veranschlagte Preisniveau passt zur "Gasthaus-Philosophie" also meiner Meinung nach gut und wenn nun auch noch das auf die Fahnen geschriebene Qualitätsbewusstsein diesem folgt, stünde hier definitiv ein positives PLV zu Buche.
An diesem frühen Abend des 03.04.2026 war das Lokal zu Beginn zu schätzungsweise 2/3 ausgelastet, füllte sich im weitern Verlauf aber noch fast komplett. Für das Wohl der Gäste waren dabei wohl 2 männliche Mitarbeiter zugegen. Begrüßt und in Empfang genommen wurden wir von einem Herrn mittleren Alters, der uns nach Bestätigung der Reservierung sogleich unseren vorbereiteten Tisch an der Wandbank zeigte.
Über den Aufenthalt hinweg bediente uns beide Herren und zeigte dabei jeweils Aufmerksamkeit, entspannte Freundlichkeit und Kompetenz, die zu Philosophie und Anspruch des Restaurants sehr gut passend. Kurzum: Sie trugen zum Wohlgefühl definitiv bei, wenn auch noch etwas mehr Kommunikativität das letzte Tüpfelchen auf dem i gewesen wäre
Was ebenfalls zur kolportierten Philosophie passt ist die Tatsache, dass die Portionsgrößen nicht einem mehrgängigen Gustationsmenü angepasst, sondern allemal auch zur Sättigung gedacht sind. Daher war es sowohl für meine Begleitung, als auch für mich schon im Vorhinein klar, dass wir mit 2 Speisen zum Abend definitiv gut bedacht wären. Für uns beide sollte es die Kombination aus Vor- und Hauptspeise sein.
Nur wenige Minuten, nachdem wir dem Service unsere Bestellung übermittelt hatten, begann sogleich auch der kulinarische Teil dieses Besuchs mit einem kleinen Küchengruss. Küchengruss: Ziegenkäse mit Pumpernickel und Feigenbeere.
Unter der Annonce „Ziegenkäse mit Pumpernickel und Feigenbeere“ bekamen wir in einem kleinen Schälchen eine in Pumpernickelbrösel gerollte Ziegenfrischkäsekugel, zu der sich etwas kleiner Blattsalat, eine geflämmte Perlzwiebel und eben ein Tupfen einer Feigenbeerenmarmelade.
Die Kugel war sehr schön aromatisch und fein cremig. Bei den knackigen Komponenten gefiel die Perlzwiebel am meisten. So war es nur die Feigenmarmelade, deren Süße leider nicht genug gegen den Ziegenkäsegeschmack ankam und damit eine tolle Balance erzeugen konnte. Da bestand bei der Proportion noch etwas Potenzial.
Nur wenige Minuten später kam parallel zu unseren Vorspeisen noch ein Brotkörbchen auf den Tisch. Brotkörbchen.
Das nicht genauer definierte Brot war weich und hatte eine schöne Kruste, hätte aber gerne noch wärmer und damit frischer wirkend sein dürfen.
Aus der Vorspeisenkategorie sprach mich persönlich „Rindertartar „Béarnaise“ mit Kapern, Zitrone & Estragon“ für 21,5 € am meisten an, sodass damit auch mein kulinarischer Zweiklang des Abends beginnen sollte. Für 19 € mehr hätte es auch noch eine Vergoldung mit 10g Kaviar sein können, was ich aber ausließ. Rindertartar „Béarnaise“ mit Kapern, Zitrone & Estragon.
Nach dem also etwas zwiespältigen kleinen Auftakt begeisterte mich das Küchenteam mit diesem Gericht aber gleich vollends.
Das als Ring angerichtete Tatar war deutlich sichtbar mit dem Messer per Hand fein geschnitten und zudem saftig und frisch.
Sprossen und hauchfeine Kartoffelchips ergänzten die geschmeidige Konsistenz mit toller Knackigkeit.
Die wohl mit dem Estragon aromatisierte Bernaise befand sich in der Mitte des Rings und verdient angesichts ihrer herrlich luftigen, cremigen Konsistenz volles Lob.
So hob sie mit ihrem Fett die Vollmundigkeit des Tatars in der Kombination noch einmal herrlich an.
Kleine Kapern und Tupfer von Zitronengel rundeten diese mehr als gelungene Vorspeise mit Salzigkeit und Säure perfekt ab.
Mein Gegenüber entschied sich zum Auftakt für die Schwarzwurzelcremesuppe mit
Petersilienpesto & Sauerteig-Croûton, welche mit 12,5 € auf der Karte stand. Schwarzwurzelcremesuppe mit Petersilienpesto & Sauerteig-Croûtons.
Die schön warme Suppe wurde dem Namen „Cremesuppe“ voll gerecht. Auch aromatisch knüpfte sie an diese Qualität mit klarem Schwarzwurzelgeschmack an. Dem stand auch das Petersilienpesto in nichts nach, was somit eine kreativere Form der Zugabe dieses dazu passenden Krautes. Wenig überraschend glänzten auch die Croutons mit 1A Knusprigkeit, womit auch diese Vorspeise rundum sehr gut war.
Nochmaligen Genuss im größeren Umfang erhoffte ich mir von meiner Hauptspeise, welche sich im international-kreativeren Bereich des Angebots bewegte und „Japanischer Pfannkuchen „Okonomiyaki" mit Spitzkohl, Gari-Ingwer, Furikake Nori, Togarashi & Koriander“ nannte. Bepreist war dieses Gericht in der aktuellen Karte mit 24,5 €. Japanischer Pfannkuchen „Okonomiyaki" mit Spitzkohl, Gari-Ingwer, Furikake Nori, Togarashi & Koriander.
Warm und saftig entfaltete sich schon die erste Kostprobe im Mund, wobei dies Dank des Spitzkohls und wohl auch Ingwers auch mit einer willkommenen Bissigkeit einherging.
Geschmack und Cremigkeit verstärkten die beiden Soßen, mit denen der Pfannkuchen sozusagen ummantelt wurde. Vor allem die dunklere Variante lieferte in Anlehnung an Teriyaki mit einer Verbindung aus Süße, Säure und Rauchigkeit viel Tiefe zur Aromatik, ohne den Hauptdarsteller aber zu erschlagen.
Die japanischen Gewürzmischungen Furikake Nori, Togarashi und auch Koriander kamen dann noch als Topping obenauf zum Einsatz und veredelten alles mit einer unfassbaren Bandbreite an Geschmacksnuancen, die aber völlig ausbalanciert am Gaumen wirkte.
Hier war so viel Spannung und Freude im Mund, die aber zu keiner Zeit übertrieben wirkte: Einfach stark.
Die kulinarische Krönung erhoffte sich meine Begleitung beim Lammkarree mit „Café de Paris“ - Kruste, Lammragout, Sumach-Joghurt, krosser Polenta & Pecorino, für das 34 € zu Buche standen. Lammkarree mit „Café de Paris“ - Kruste, Lammragout, Sumach-Joghurt, krosser Polenta & Pecorino.
Schon der Anblick der Kruste brachte die kulinarischen Augen zum Leuchten. So thronten zwei Karreestücke auf dem Lammragout, begleitet von einer Nocke des mit dem säuerlichen Gewürz Sumach angemachten Joghurts. Das perfekt gegarte Lamm im Anschnitt.
Der Anschnitt reihte sich dann in die handwerkliche Qualität der bisher genossenen Speisen dann ein, denn natürlich war das Fleisch perfekt saftig und auf den Punkt Rosa gegart. Die krosse Kruste machte jeden Bissen des Fleisches so zum Hochgenuss.
Auch beim Ragout versprühte schon eine kleine Menge viel Umami und Saftigkeit.
Doch auch bei diesem Gericht wurde die Balance nicht aus den Augen verloren, denn der auch dank des levantinischen Sumachs typisch säuerliche Joghurt sorgte als Ergänzung zur benötigten Frische.
Tadellos waren natürlich auch die Soße und das Kräuteröl. Die krosse Polenta als „Schnitte“ a Part.
Knusprig konnte man sich dann an der Polentaschnitte im separaten Schälchen erfreuen, über das der Pecorino großzügig gerieben wurde.
Das kann man zwar anders servieren, aber meiner Meinung nach in dieser Zusammenstellung einfach nicht besser.
Zu guter Letzt möchte ich also diesen ersten Eindruck vom „Gasthaus Helmut“ im Leipziger Stadtteil Gohlis an diesem Karfreitag noch einmal zusammenfassen.
In Sachen Ambiente ist das wunderschön renovierte Gebäude und die angeschlossene Terrasse als Jackpot bei der Immobilien- und Standortwahl zu bezeichnen. Die Innengestaltung erzeugt mit der Farbauswahl Gemütlichkeit und so eine den Genuss unterstützende Atmosphäre.
Das Serviceteam agierte an diesem Feiertag im ordentlich ausgelasteten Lokal mit professioneller Aufmerksamkeit, Umsichtigkeit und gleichzeitig nicht aufgesetzter Freundlichkeit.
Das Speisenangebot ist mit einer auf eine Seite passenden Auswahl reduziert, was sich aber als vorteilhaft hinsichtlich Frische und Handwerk widerspiegelt. Dabei wird aber stets eine Vielfalt angeboten, die sowohl groß genug für die unterschiedlichen Geschmäcker ist, dabei aber doch vertraut und bodenständig bleibt, so wie man es eben vom typischen Gasthaus kennt.
Die uns kredenzten Gerichte präsentierten sich dabei durchweg auf handwerklich und qualitativ hohen Niveau, dass die Hintergründe der Sternegastronomie sehr logisch machte. Geschmacklich war das aber alles sehr zugänglich, ausbalanciert und dadurch unkompliziert einfach „köstlich“.
Somit konnten wir also für einen Preis von ca. 100 € für jeweils 2 Gänge + Wasser und einem Wein für 2 Personen exzellenten Genuss und ausreichende Portionen erhalten.
Positiv sei bei diesem sehr guten PLV auch noch der Preis von 4,8 € für 1 L stilles Wasser zu erwähnen, was im heutigen üblichen Niveau auch als sehr gastfreundlich bezeichnet werden kann.
Es ist also wirklich schön, dass sich die ehemaligen Mitarbeiter des vormaligen kulinarischen Flaggschiffes der Sterneküche in Leipzig dazu entschieden haben, der aufstrebenden Stadt erhalten zu bleiben und sich gastronomisch weiter dort zu engagieren. Mit dem „Gasthaus Helmut“ gewähren sie ein erschwingliches Angebot, welches zeigt, dass auch eine Kulinarik fernab der Avantgarde mit Qualität, Saisonalität, sowie Handwerk und geschmacklichem Können Hand in Hand gehen kann. Zusammen mit der gesamten Atmosphäre gewähren sie somit ein gastronomisches Niveau, dass für mich eine große Empfehlung und Bereicherung darstellt.
So berühmt das 2-Sterne-Restaurant "Falco" im obersten Stock des ikonischen Hochhaus-Hotels in Leipzig, sicherlich auch dank seines etwas eigenen Küchenchefs Peter-Maria Schnurr, für viele Jahre war, so sehr überraschte es im November 2023 auch, als die plötzliche Schließung bekannt gegeben wurde. Eine große Brigade in Küche und Service sah sich so nun bedauernswerter Weise plötzlich der Suche nach einer neuen Bleibe für ihre bewiesen exzellenten gastronomischen Fähigkeiten gegenüber gestellt. Dies ist zwar nicht die direkte Verbindung zum lustigerweise ebenfalls November 2023 eröffneten "Gasthaus... mehr lesen
Gasthaus Helmut
Gasthaus Helmut€-€€€Restaurant034191878220Gohliser Str. 42, 04155 Leipzig
4.5 stars -
"Bei den „Erben“ des ehemaligen Sternerestaurants „Falco“ findet man im „Gasthaus Helmut“ nun hervorragende, bodenständigere Küche mit kreativen Einsprüngen." NoTeaForMeSo berühmt das 2-Sterne-Restaurant "Falco" im obersten Stock des ikonischen Hochhaus-Hotels in Leipzig, sicherlich auch dank seines etwas eigenen Küchenchefs Peter-Maria Schnurr, für viele Jahre war, so sehr überraschte es im November 2023 auch, als die plötzliche Schließung bekannt gegeben wurde. Eine große Brigade in Küche und Service sah sich so nun bedauernswerter Weise plötzlich der Suche nach einer neuen Bleibe für ihre bewiesen exzellenten gastronomischen Fähigkeiten gegenüber gestellt. Dies ist zwar nicht die direkte Verbindung zum lustigerweise ebenfalls November 2023 eröffneten "Gasthaus
Besucht am 13.03.2026Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 11 EUR
Im Jahr 2024 verbreitete sich die Nachricht, dass das markante Hotel Jensen, an der Obertrave direkt gegenüber den ikonischen Salzspeichern und damit natürlich auch dem weltbekannten Holstentor gelegen, unter den bisherigen Inhabern seine Pforten schließt. Mit dieser Positionierung direkt an der Brücke der Hauptachse "Bahnhof-Holstentor-Innenstadt" fällt dieser Hausabschnitt dabei Touristen aber natürlich auch den Lübeckern mit dem hervorstechend roten Schriftzug auf weißem Wandputz über den ikonischen 4 mit gewölbtem Glas gekachelten Fenster direkt ins Auge. Daneben versprüht auch das mit kleinen Flaggen bestückte Vordach des Eingangs eine gewisse Tradition und einen Vintage-Charme, der sich in der mehr als 200 Jahre zurückreichenden Hotel- und Gastronomienutzung auch glaubhaft begründet.
Einhergehend mit der Schließung mussten sich Gäste und Einheimische natürlich auch vom Hoteleigenen "Restaurant Yachtzimmer" verabschieden, dass die Küche genauso klassisch und traditionell anbot, wie sich auch das Hotel präsentiert.
Ein Jahr später verbreitete sich in gleicher Aufmerksamkeit dann aber die Nachricht, dass dieses historische Gebäude weder leerstehend verfällt, noch komplett zweckentfremdet und dazu umgebaut wird. Selbst seinen Namen haben die neuen Betreiber für ihr Hotel beibehalten und 2025 eben ihr im Kern renoviertes "Hotel Jensen" eröffnet, dass den historischen Anstrich damit also nicht verlieren sollte. Eine gute Entscheidung für die Denkmäler der Hansestadt. Ebenso erfreulich entschied man sich auch zur Wiederbelebung des Hotelrestaurants, welches nun aber unter dem Namen "Travea" eine Veränderung erfuhr. Der Name gibt darauf bereits Hinweise, verbindet er doch sowohl die Lage des Hotels direkt an der Trave mit der nunmehr italienischen und mediterranen Ausrichtung des Angebots.
Im "alten Yachtzimmer" war ich tatsächlich nie. Selbst wenn ich wöllte, würde sich für mich also kein Vergleich mit dem klassische norddeutsch ausgerichteten Vorgänger-Restaurant ergeben, weshalb ich also die im neuen Restaurant feilgebotene Qualität einmal mit "weißem Blatt" erkunden wollte. Dafür bot sich dieser späte Nachmittag im März 2026 an. Außenansicht des „Hotel Jensen“.
Die Einzigartigkeit und Ansehnlichkeit der Außenansicht habe ich ja eingangs bereits geschildert. Das Restaurant an schließt sich dabei gleich rechts, ca. eine Stufenebene tiefer, an das Hotel an und ist äußerlich genauso gestaltet, nur ohne das Vordach über dem Eingang. Außenansicht des Hotel-Restaurants „Travea“.
Durchschreitet man die große Tür und den noch klassisch mit dunklerem Holz verkleideten Vorraum, zeigt sich ein Ambiente, dass man definitiv als großen Kontrast zur traditionellen Außenansicht des Hotels bezeichnen kann. Innenansicht mit der Bar rechts. Innenansicht mit Blick zum Fenster.
Es eröffnet sich dem Gast ein sehr großer, lang nach hinten verlaufender, einziger Gastraum, in den auf der zum Raumende gesehenen rechten Seite noch eine Bar integriert ist. Auf historische Möbelstücke oder Holzgebälk an der Decke trifft man beim Interieur hingegen nicht. Die Decke mit den großen Bögen ist unisono schwarz angestrichen, während die Wände in einem den Tischen entsprechenden Holzfarbton daherkommen. Noch einmal eine Stufe heller ist dann das Parkett. Zusätzliche Deko richtet sich vor allem an die Weinliebhaber, die in den Schränken, Nischen und sogar in Glasvitrinen verschiedene Flaschen bestaunen können.
Für mich optisches Highlight und gleichzeitig auch atmosphärisch sehr gut eingesetzt sind die ringförmigen Deckenlampen, die in Verbindung mit den Wandspots durch die Beleuchtung einen fließenden Übergang von der schweren, dunklen Holzdecke zum hellen Parkett erzeugen. Der Raum wirkt somit weit und man wird nicht scheinbar von der dunklen Decke erdrückt. Doch gleichzeitig kommt auch kein "Bahnhofshallen-Gefühl" auf, da die hochwertigen Sitzpartien in für mich idealen Abständen und vor allem klaren Ausrichtungen verteilt wurden. Bei den Stühlen hat man dabei auf grau bezogene, gepolsterte Sessel sowie gleichartig gestaltete Couch-Partien an den Wänden gesetzt, die auch einen guten Sitzkomfort gewährten. Ich fühlte mich also sowohl willkommen, als auch entspannt privat und kann das Ambiente durchweg als hochwertig und klar strukturiert bezeichnen, was somit trotzdem zur Historie des Hauses passt, auch wenn es nicht antiquiert gewählt ist.
Als ich kurz nach Öffnung den Besuch des Restaurants antrat, waren gerade 2 Mitarbeiter Innen im natürlich noch spärlich besetzten Gastraum präsent. Begrüßt wurde ich dabei von einer jungen Dame, die mir auch ganz aufgeschlossen noch freie Platzwahl gewährte. Nachdem ich genug Zeit hatte, um mich an meinem Tisch einzurichten und es mir gemütlich zu machen, kam sie zu mir um die Bestellung aufzunehmen. Sie agierte dem Ambiente entsprechend dabei sehr versiert, zugewandt und freundlich, ohne dass es je aufgesetzt wirkte. Auch dank ihr fühlte man sich schnell entspannt und angekommen.
Wie eingangs erwähnt stellt der gewählte Name "Travea" eine Verbindung von Lage und kulinarischer Ausrichtung da, die im mediterranen Raum mit Schwerpunkt italienischer Küche liegt. Doch, wie es zum vom Ambiente vermittelten Eindruck passt, kommt die Speisekarte dabei nicht mit einer auf Pizza und Pasta fokussierten Deklinierung aller möglichen Kombinationsarten daher, sondern präsentiert sich in erfreulich reduzierterem Umfang. Dabei wurden zudem auch einzelne typisch deutsche bzw. norddeutsche Gerichte integriert, vielleicht um dem traditionellen Vorgänger-Restaurants noch ein wenig zu huldigen.
Knapp zwei Hände voll Wahlmöglichkeiten werden als Vorspeise gegeben, die sich gänzlich auf mediterrane Klassiker wie Vitello Tonnato, Beef Carpaccio oder Burrata konzentrieren und mit einer Preisspanne von 13 € bis 19 € bereits auch qualitativ eine gewisse Erwartung schüren. Auch zwei Salate lassen sich für den Einstieg bestellen.
Darauf folgt eine Pasta-Selektion, die sozusagen den „Primi Piatti“ Part der rein italienischen Küche ermöglicht. Auch hier gibt es erfreulich frische und alternative Zusammenstellungen als klare Abhebung zum „Standard Deutsch-Italiener“. Keine „Bolo“, keine „Sahne-Carbonara“ sondern z.B. Steinpilz-Ravioli mit Kürbiskernen, Rigatoni mit Rinderfiletspitze, Cognac und rosa Pfefferbeeren und Taglioni aus dem Parmesanlaib mit frischem Trüffel werden für Preise zwischen 13 € und 26 € feilgeboten.
Für den Hauptgang gibt es schließlich jeweils eine Auswahl von 5 Fleisch- und 5 Fischgängen und eben keinerlei Pizzen oder Aufläufen. An Vegetarier und Veganer richtet sich also nur die Vorspeisen- und Pasta-Sektion der Speisekarte. In beiden Hauptgang-Kategorien zeigt sich dabei der eingangs erwähnten Einschub von auch norddeutschen Traditionsgerichten. So findet man neben Dorade und Garnelen "Aglio Olio" auch Matjes nach Hausfrauenart und Backfisch vom Seelachs. Für die Carnivoren gibt es neben Tagliata und Lammkarree auch ein Wiener Schnitzel. Während bei diesen Speisen die preisliche Reichweite durchweg im 30er-Bereich liegt, gibt es bei den Fischgängen auch Gerichte in der 20er-Region.
Bei den Desserts für durchweg unter 10 € darf natürlich ein Tiramisu nicht fehlen, aber auch hier findet sich z.B. mit einem Lübecker Marzipanmousse noch ein regionaler Einschlag.
Zeitweise wird auch ein Tagesangebot auf einer Schiefertafel im Vorraum des Restaurants aufgestellt.
Für diese erste, kurze Kostprobe von der im "Travea" gebotenen Kulinarik wählte ich eine leichte Vorspeise, namentlich das "Rote Beete Carpaccio mit karamellisierten Kürbiskernen, Dill, Petersilie und Zitronen-Vinaigrette" für 11 €. Nach einer kurzen Wartezeit von 10 Minuten bekam ich folgenden Teller serviert. "Rote Beete Carpaccio mit karamellisierten Kürbiskernen, Dill, Petersilie und Zitronen-Vinaigrette".
Das schöne angerichtete Mosaik der Scheiben von der roten Beete wurde dezent vom Dressing überzogen und mit den annoncierten karamellisierten Kürbiskernen, sowie fein gezupfter Petersilie und Dill gekrönt. Was optisch so ansprechend begann führte sich am Gaumen dann nahtlos fort. Der Hauptdarsteller zart und trotzdem mit angenehmen Biss konnte sich geschmacklich dank der dezenten und trotzdem geschmeidigen Vinaigrette voll entfalten. Die Kürbiskerne sorgten Knabberfreude und die feinen Kräuter ergänzten das Geschmacksbild von Mal zu Mal.
Dazu gab es noch zwei Scheiben eines wirklich mit hoher Qualität von einem regionalen Bäcker bezogenes Sauerteigbrotes, dass eine tolle rösche Kruste und fluffig Krume hatte. Zusätzlich lobenswert kann der dazu gereichte Aufstrich erwähnt werden, der nämlich mal nicht ein simpler Kräuterquark oder Butter, sondern wieder mediterran ausgerichtet eine aromatische Kombination aus Aioli und Pesto Verde war.
So war das wirklich in der Gesamtheit eine ganz feine, leichte Kostprobe, die die Qualität und Anspruch der Küche bekräftigte und Lob verdient.
Somit möchte ich meine ersten Eindrücke vom "Travea" im "Hotel Jensen" also noch einmal möglichst kurz zusammenfassen.
Während man glücklicherweise die altehrwürdige Fassade des Gebäudes erhalten hat, ist man bei der Innengestaltung neue Wege gegangen, die dieses traditionelle Ambiente kontrastieren. Nichtsdestotrotz kann diese Modernisierung für mich aber mit der, Dank der Beleuchtung, tollen Verbindung von dunklem und helle, Interieur, sowie dem bequemen Sitzmobiliar und den klaren Linien durchaus als gelungen bezeichnet werden kann.
Diesem qualitativ hochwertigen Interieur passte sich an diesem frühen Abend die Serviceleistung durch die junge Dame voll und ganz an. Sie trug dadurch zum gastlichen Wohlgefühl definitiv bei.
Die mediterran ausgerichtete Speisekarte ist sowohl vielfältig, auch als keineswegs aufgebläht und hebt sich auch preislich mit Vorspeisen und Pastagerichten im 10 € Bereich und Fleisch- und Fisch-Hauptgängen für 20er und 30er Preise von üblicheren italienischen Lokalen ab, was durchaus höhere Erwartungen an die Qualität zulässt.
Das von mir für 11 € gewählte "Rote Beete Carpaccio" bereitete dabei in jeglicher Weise Freude und sogar das Brot mit dem Aioli-Pesto-Aufstrich fügte dem noch etwas Pfiffiges bei.
Das Restaurant hat mich bei diesem ersten kleinen Besuch also absolut zufrieden gestellt und sich als sehr gute Option für feinere, mediterrane Küche in der Altstadt empfehlen können.
Im Jahr 2024 verbreitete sich die Nachricht, dass das markante Hotel Jensen, an der Obertrave direkt gegenüber den ikonischen Salzspeichern und damit natürlich auch dem weltbekannten Holstentor gelegen, unter den bisherigen Inhabern seine Pforten schließt. Mit dieser Positionierung direkt an der Brücke der Hauptachse "Bahnhof-Holstentor-Innenstadt" fällt dieser Hausabschnitt dabei Touristen aber natürlich auch den Lübeckern mit dem hervorstechend roten Schriftzug auf weißem Wandputz über den ikonischen 4 mit gewölbtem Glas gekachelten Fenster direkt ins Auge. Daneben versprüht auch das mit kleinen Flaggen bestückte Vordach... mehr lesen
Restaurant Travea
Restaurant Travea€-€€€Restaurant017622024565An der Obertrave 4-5, 23552 Lübeck
5.0 stars -
"Die wiederbelebte Gastronomie in diesem historischen Hotelsgebäude bietet für mich eine feine mediterrane Küche mit sehr guter Qualität." NoTeaForMeIm Jahr 2024 verbreitete sich die Nachricht, dass das markante Hotel Jensen, an der Obertrave direkt gegenüber den ikonischen Salzspeichern und damit natürlich auch dem weltbekannten Holstentor gelegen, unter den bisherigen Inhabern seine Pforten schließt. Mit dieser Positionierung direkt an der Brücke der Hauptachse "Bahnhof-Holstentor-Innenstadt" fällt dieser Hausabschnitt dabei Touristen aber natürlich auch den Lübeckern mit dem hervorstechend roten Schriftzug auf weißem Wandputz über den ikonischen 4 mit gewölbtem Glas gekachelten Fenster direkt ins Auge. Daneben versprüht auch das mit kleinen Flaggen bestückte Vordach
Besucht am 13.03.20261 Personen
Rechnungsbetrag: 6.9 EUR
Die "Breite Straße" liegt direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt und ist daher auch ein zentraler Knotenpunkt für die Ströme von Touristen, aber natürlich auch für die Einheimischen mit Shopping- oder Ausflugsziel. Sie grenzt direkt an den Marktplatz, das historische Rathaus und bildet eine Verbindung von der großen St.-Marien-Kirche zu St.-Pauli-Kirche. Hier befindet sich aber auch das viel frequentierte Haupthaus des berühmten Marzipan-Herstellers "Niederegger" und vormals auch das große Galeria-Karstadt-Haus, so viel viele weitere kleine Einkaufsläden.
Selbstverständlich darf in der Gestaltung dieser Straße auch ein gastronomisches Angebot nicht fehlen. Für Restaurants mit klassischer Abend-Gastronomie ist sie auf Grund des großen Trubels dabei eher weniger vorteilhaft. Daher finden sich hier vor allem Cafes, Schnellgastronomien und natürlich auch Imbisse. Kleine "Mikro-Immobilien" am südlichen Beginn der Straße, direkt in Nachbarschaft zum Rathaus, haben dabei in den vergangenen Jahren regelmäßige Mieterwechsel erfahren, die man wohl gar nicht mehr zählen kann. Vom Dönerimbiss zur "Juice Bar", vom Frittenangebot zum Backwarenschalter: Fast alles, was sich als Imbiss etablieren lässt, hat man hier daher wohl schon gesehen.
Im Sommer 2025 ist aber ein Angebot dazugekommen, dass mich als Gastro-affiner Mensch gleich aufhören ließ. Die "Chacha Chaudhary" möchte den Lübeckern und Gästen der Hansestadt eine Anlaufstelle für indische Streetfood-Gerichte bieten. Genau das habe ich in der Zeit, in der ich hier lebe, tatsächlich noch nie vorgefunden. Indische Restaurants finden sich in der Altstadt natürlich zu Hauf, aber die Seite der indischen Küche, die wohl in den großen Metropolen dieses Einwohnerreichen Landes zu Hauf die Menschen auch schnell und unkompliziert mit ihrer regionalen Cuisine versorgt, hat dann wohl doch noch ihre Eigenheiten. Die möchte ich natürlich liebend gerne ausprobieren und wählte nun also diese Zeit des Übergangs zum Frühling dafür, dem Imbiss endlich einen Besuch abzustatten. Außenansicht.
Der Name des Lokals stammt von der in Indien bekannten Zeichentrickfigur, die mit ihrem roten Turban und weißen Schnurrbart passenderweise auch das Logo das Imbisses ziert. Für den Gast ersichtlich besteht dieser, wie für einen Imbiss üblich, nur aus einem Schaufenster zur Bestellung und Übergabe der Speisen. Die Auswahl kann dabei in illustrierter Form über dem Fenster, aber auch auf Flyern betrachtet werden. Diese findet man z.B. auf der Handvoll kleinen Sitzgruppen, die der Imbiss auf einem kleinen Bereich der "Breite Straße" aufstellen darf, damit man auch diese schnelle "To Go"-Gerichte in Ruhe im Sitzen genießen kann. Sitzmöglichkeiten vor dem Imbiss.
Trotzdem würde ich die Bewertung des "Ambiente" hier aussetzen, da das gar nicht das Zielgebiet einer solchen Art an Gastronomie ist.
Auch wenn die Zubereitung an sich natürlich im sprichwörtlichen "Hintergrund" des Raumes stattfindet, kann man als Kunde die natürlich fast vollständig vorbereiteten Speisen und Komponenten auch direkt in einer Behälter-Bar direkt am Schaufenster begutachten. Das lässt also zumindest einen leichten Eindruck der Sauberkeit zu, von der ich daher einen guten Eindruck hatte. Die Speisenauslage am Thekenfenster.
Als ich an diesem Nachmittag das "Chacha Chaudhary" aufsuchte, kümmerte sich ein männlicher, indisch-stämmiger Mitarbeiter direkt an der Theke um dessen Betrieb. Bestell- und Übergabe-Kontakt fand dabei auch direkt am Fenster statt
Auch hier kann man mMn die Kriterien eines richtigen Restaurantservices eigentlich nicht anwenden, das Auftreten und den Umgang des Mitarbeiters aber schon bewerten. Dabei war die Kommunikation mit dem Herrn auf Deutsch völlig problemlos. Er agierte freundlich und fragte auch proaktiv nach dem gewünschten Schärfegrad, sowie nach dem gewünschten Geschirr (Thali, Schale oder Teller).
Die genannte Speisen-Bar zeigt bereits die Farbenfrohheit und Vielfalt der indischen Küche, welche sich auch auf der kleinen Speisekarte widerspiegelt. Von 10:00 - 20:00 findet man darauf bekannte, frittierte Fingerfood-Klassiker wie Samosas und Pakora, aber in dieser Kategorie z.B. auch mir bisher neue Gerichte, wie dem "indischen Burger" namens "Vadapav", der auch perfekt für Veggies geeignet ist, besteht hier das Patty doch aus eine in Kicherebsenmehl frittierten Kartoffelmasse. Auch indische Wraps, bei denen das Fladenbrot in Ei gebraten und mit dem indischen Paneer-Käse gefüllt wird sind mir auf den üblichen Speisekarten indischer Restaurants in Deutschland noch nicht begegnet. Mit Preisen im Bereich von 3-6 € sind das auch für die Geldbörse willkommene Kleinigkeiten.
Zu all diesen Snacks lassen sich zudem noch aus einer breiten Palette indische Chutneys und Saucen zum fröhlichen Dippen wählen.
Daneben bietet man aber auch richtige Tellergerichte an, die übrigens erfreulicherweise nicht auf einfachen Papptellern, sondern "festem" Geschirr oder sogar ganz authentisch auf dem indischen Thali-Tablett serviert werden. Auf der carnivoren Seite beschränkt man sich dabei aber nur auf Hähnchen, was für ein Imbiss-Angebot auch nicht als Missstand bezeichnet werden kann. Mit Reis servierte Klassiker wie "Korma", "Biryani, "Curry" und auch eine "Mango Chicken"-Variante überschreiten dabei allesamt nicht einmal die 8€ Marke. Vegetarische Tellergerichte sind ein "Samosa Chat" und schließlich auch das von mir gewählte "Chole Bhatura", einem Kichererbsencurry, dass für gerade einmal 6,9 € mit dem typischen, indischen "Ballonbrot" namens Bhatura zu erhalten war.
Gerade einmal 5 Minuten Wartezeit entsprachen dem von einem Imbiss erwarteten Tempo, sodass ich mich alsbald über folgende Schale hermachen konnte. "Chole Bhature - Kichererbsencurry mit indischem Ballonbrot".
Schon der erste Löffel vom schön warmen, goldgelben Curry bereitete die erhoffte Freude. Die Kichererbsen schön cremig, ohne verkocht zu sein und auch die Soße angenehm leicht angedickt. Feine, rohe Zwiebelwürfelchen ergänzten dies mit Biss. Die vielfältigen indischen Gewürzaromen entfalteten sich voll und auch der von mir gewählte, milde Schärfegrad wurde voll eingehalten.
Nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich begeisterten mich aber vor allem die zwei Bhatura, die ihrem Namen „Ballonbrote“ wirklich volle Ehre machten. Mit ein paar eingearbeiteten Kräutern und einer guten Portion Salz machte jedes Stück davon Freude, die saftig und füllig waren, aber keineswegs „im Mund immer mehr wurden“. Wirklich ein rundes und Genuss bereitendes , kleines Mahl.
So zog ich nach dieser kurzen, aber mit wirklich angenehmen Genuss- und Sättigungsgefühlen also weiter. Dabei nahm ich vom "Chacha Chaudhary" wirklich durchweg positive Eindrücke mit.
Diese begannen bei der freundlichen und kommunikativen Art des Personals und setzten sich bei dem sowohl in Umfang als auch Vielfalt und vor allem Preisgestaltung für mich sehr gut ausbalancierten Angebot fort.
Abgerundet wurde das dann von der gebotenen Qualität, die mir hier in Form des gewählten Kichererbsencurry mit fluffigen Bhatura-Brot für fast schon als Spottpreis zu bezeichnende 6,9 € einfach nur exzellent ausfiel.
Nicht nur aus Eigensinn bleibt es nur sehr zu wünschen, dass das Lokal nicht der häufigen Fluktuation im Imbiss-Bereich Lübecks zum Opfer fällt, sondern sich etabliert. Nicht nur gewährt es eine willkommene Abwechslung zum sonst an jeder zweiten Ecke gesehenen Dönerladen, sondern bereichert dabei die Angebotsbreite in diesem Segment sowohl in Preis, als auch Leistung auf einem zur Empfehlung gereichenden Niveau.
Die "Breite Straße" liegt direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt und ist daher auch ein zentraler Knotenpunkt für die Ströme von Touristen, aber natürlich auch für die Einheimischen mit Shopping- oder Ausflugsziel. Sie grenzt direkt an den Marktplatz, das historische Rathaus und bildet eine Verbindung von der großen St.-Marien-Kirche zu St.-Pauli-Kirche. Hier befindet sich aber auch das viel frequentierte Haupthaus des berühmten Marzipan-Herstellers "Niederegger" und vormals auch das große Galeria-Karstadt-Haus, so viel viele weitere kleine Einkaufsläden.
Selbstverständlich darf in der Gestaltung dieser... mehr lesen
Chacha Chaudhary
Chacha Chaudhary€-€€€Imbiss, Take Away045148908464Breite Str. 66, 23552 Lübeck
4.5 stars -
"Indisches Streetfood-Angebot, dass die Imbiss-Landschaft Lübecks wirklich bereichert." NoTeaForMeDie "Breite Straße" liegt direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt und ist daher auch ein zentraler Knotenpunkt für die Ströme von Touristen, aber natürlich auch für die Einheimischen mit Shopping- oder Ausflugsziel. Sie grenzt direkt an den Marktplatz, das historische Rathaus und bildet eine Verbindung von der großen St.-Marien-Kirche zu St.-Pauli-Kirche. Hier befindet sich aber auch das viel frequentierte Haupthaus des berühmten Marzipan-Herstellers "Niederegger" und vormals auch das große Galeria-Karstadt-Haus, so viel viele weitere kleine Einkaufsläden.
Selbstverständlich darf in der Gestaltung dieser
Geschrieben am 13.03.2026 2026-03-13| Aktualisiert am
13.03.2026
Besucht am 13.03.20261 Personen
Rechnungsbetrag: 13.5 EUR
Obwohl dieser kleine Häuserblock mit Innenhof so zentral und neuralgisch zwischen Markt, Rathaus und Marienkirche gelegen ist, schien es mir doch immer so, dass sich hier um die Anmietung der vorhandenen Immobilien nicht gerade gerissen wurde. Eher versuchte die Stadt einige Male mit eigenen Projekten die oft leerstehenden Räumlichkeiten vor dem Verfall zu bewahren und zu füllen. Lediglich das Lübecker Weinkontor und vor allem sehr traditionsreiche Cafe Maret hielten sich stets standhaft und gehörten somit zum Bild dieses Platzes fest dazu. Doch auch das währte nur bis zum Januar 2024, als besagtes Cafe nach unglaublichen 238 Jahren nun auch seine Pforten schloss.
Doch glücklicherweise stand schon ein Cafe-Projekt als Nachfolger in den Startlöchern und wurde mit dem Namen "Cafe Union" im Sommer 2024 eröffnet. Diese Union hat dabei keinen politischen Hintergrund, fußt aber trotzdem auf den Kooperation zweier bereits sehr bekannter Institutionen in Lübeck Gastrolandschaft. Namentlich sind das das "Kaffehaus" und das Eiscafe "Soulmates", die sich in naher Nachbarschaft in der Hüxstraße befinden.
Zusätzlich zu der zentralen Lage macht das Café auch durch seine durchgehend verglaste Front der Gebäudeseite zum Markt hin auf sich aufmerksam, die jeglichen vorbeischlendernden Menschen deutlich und transparent zeigt, dass man hier für Café- und Bistroküche einkehren kann.
Zunächst scheint es sich dabei sogar um zwei verschiedene Lokale zu handeln, denn sowohl auf der zum Marktplatz, als auch zum besagten Rathaus-Innehof gelegenen Seite gibt es einen Zugang. Außenansicht mit dem Zugang zum Marktplatz. Außenansicht mit dem Zugang zum Rathaus-Innenhof.
Dank der Weitläufigkeit dieses Bereiches ergibt sich hier in den warmen Monaten ein großer Aussenbereich, bei dem die Tische am Markt zum Teil von einer Markise geschützt und beschattet werden, während im Innenhof große Schirme dafür aufgestellt werden.
Im Inneren befinden sich zwischen diesen beiden Zugängen noch zwei Wände mit jeweils offenen Durchbrüchen, sodass man sich Barrierefrei durch das gesamte Lokal bewegen kann. Die dadurch entstehenden beiden Hauptbereiche sind dabei ganz ähnlich aufgebaut.
Tritt man vom Markt her ein, so begrüßt einen hier mit einem großen Thekenbereich samt Gebäckvitrine und Kaffeemaschinen doch klar der Café-Teil des Lokals. Innenansicht des Bereiches zum Markt hin. Die Theke im Café-Bereich.
An der hier L-Förmig verlaufenden Fensterfront hat man zahlreiche Tischpartien verteilt, die zwar ungepolstert und von eher schlichterer Art sind, aber trotzdem kleine weichere Sitzdeckchen für den Allerwertesten haben und neuwertigen Eindruck machen. Für die normalerweise etwas geringere Verweildauer in einem Cafe-Bistro im Gegensatz zum Abendrestaurant bietet das für mich genug Komfort. Ansonsten hat man sich abgesehen von ein paar Pflänzchen und kleinen Wandbildern mit weiterer Deko zurückgehalten. Das ist jedoch angesichts der Tatsache schlüssig, dass durch die mehrmals erwähnte, volle Verglasung der Fassade die Gäste wohl sowieso eher der historischen Kulisse des Marktes bzw. dem Treiben folgen, wenn sie nicht gerade untereinander in Gespräche vertieft sind. Innenansicht des Bereiches zum Rathaus-Innenhof hin. Die offene Küche im Bistro-Bereich.
Auch im zum Innenhof angrenzenden Bereich wird ganz transparent der Ort des Küchenhandwerks direkt in den Gastraum integriert. Hier ist es jedoch sogar eine ganze offene Küche, welche somit die Fusion von Cafe und Bistro nochmals verdeutlicht. Als Gast kann natürlich unabhängig vom in Anspruch genommenen kulinarischen Angebot in beiden Räumen Platz genommen werden, denn auch hier gibt es noch viele Sitzmöglichkeiten. Auch hier geben große, wenn auch nicht bis zum Boden vollverglaste Fenster einen freien Blick zum Innenhof hin. Daher wird auch hier auf großartige Deko oder Lichtinstallationen eher verzichtet.
Ich finde das Ambiente stimmig, macht es doch aus den baulichen Besonderheiten und der ebenso einzigartigen Lage der Räumlichkeiten das Beste.
Für die Toiletten muss man eine Treppe hinunter ins Untergeschoss, womit sich also eine kleine Ausnahme von der Barrierefreiheit ergibt. Diese sind aber betonenswert sehr modern und sauber gewesen.
An diesem späten Freitag-Mittag konnte ich 3 weibliche Mitarbeiterinnen und 2 männliche Mitarbeiter im Café ausmachen. Während sich die Damen um die Cafetheke und den Service im Lokal kümmerten, wurde die offene Küche von einem der Herrn unterhalten. Der zweite Herr war wohl eine Art Manager und daher ohne Aktion im laufenden Betrieb. Nach meinem Eintritt wurde ich dabei von einer der drei jungen Damen mit der Karte begrüßt und mir wurde im zu dieser Zeit nur wenig ausgelasteten Lokal freie Sitzwahl gewährt. Die ganze Zeit über agierten die Servicekräfte freundlich, entspannt und waren dabei trotzdem stets aufmerksam und präsent. Da gibt es für mich nichts auszusetzen, auch wenn sie teilweise etwas schüchtern und damit fälschlicherweise unsicher wirkten.
Die Bandbreite des kulinarischen Angebots lässt sich als sehr umfassend bezeichnen. Schon auf dem Willkommens-Aufsteller zählt das Lokal selber dieses mit Frühstück, Mittagstisch, Kaffee & Kuchen, Drinks (auch alkoholischer Art) und dank des eingangs erwähnten, zur "Union" gehörenden Eiscafes "Soulmates" natürlich auch deren kalte Köstlichkeiten auf.
Die genaueren Aufzählungen der Speisen finden sich dann in Form von weiteren Aufstellern und als Klemmbretter für die Tische bzw. beim Kuchen & Gebäck natürlich direkt an der Cafe-Theke.
Was ebenfalls noch zu erwähnen ist und auch direkt beim Willkommensschild dem Gast angekündigt wird, ist die Tatsache, dass hier mal nur mit Karte bezahlt werden kann.
Schon beim Frühstücksangebot fällt es gleich positiv ins Auge, dass nicht nur hauptsächlich verschieden umfangreiche Kombinationen von Brötchen & Brot mit Aufstrichen und sonstigen Kondiments angeboten werden, die man sich doch wirklich ganz einfach auch zu Hause anrichten kann. Da stellt sich mir sowieso häufiger die Frage, ob man Treffen mit Freunden und Familie doch viel gemütlicher und auch günstiger daheim selbst veranstalten kann.
Vielmehr Neugierde erregen doch eigenständige Kreationen, für die man zu Hause wesentlich mehr Aufwand und auch Kreativität an den Tag legen müsste. Im "Cafe Union" gibt es da z.B interessant klingende Sauerbrot-Gericht mit exotischer Erbsen-Avocado-Kokos-Minze oder Lachs-Creme fraiche-Rührei-Begleitung. Auch an die pochierten Eier mit Spinat und Hollandaise wagt man sich. Das bewegt sich alles im mittleren 10er-Preisbereich und schürt damit schon gewisse Erwartungen an Qualität und eigener Handarbeit.
Ebenso überraschend vielfältig und auch durchdacht präsentiert sich der wöchentlich wechselnde Mittagstisch, der es vor allem war, was mich besonders zu einem Besuch des Cafe-Bistros bewegt hat. Dies umfasst nicht nur einfache deutsche Klassiker, vorzubereitende Eintöpfe und Suppen oder gar Fast-Food-Gerichte, sondern gestaltet sich sehr international und dabei doch handwerklich von den Namen her mit Anspruch versehen. Es unterstreicht somit den Anschein, dass in dieser "Union" definitiv auch eine große Partei der gelernten Restaurant-Küche mitspielt. So sah ich auf den in Social Media wöchentlich angekündigten Angebot bereits neben Nasi Goreng auch deftige Wirsing-Rouladen mit Champignon-Veloute, aber auch französische Vichysoisse und Zwiebelsuppe, sowie selbstgemachte Lasagne Bolognese.
Und auch das geht preislich nie über die 16 € Grenze hinaus und ist damit, sollte sich die vermutete Qualität bestätigen, ein Genuss-Schnäppchen.
Für diese Woche meines Besuches standen dabei folgende Gerichte zur Auswahl: Linsen Dal (8,5 €); Gemischter Salat mit Avocado (9,5 €); Wildschweingulasch mit Kartoffelstampf und Spinat (14,5 €); sowie der von mir gewählte Levantinischer Fischtopf mit Seefischen, Tomaten, Fenchel und Feta (13,5 €).
Nach einer etwas längeren Wartezeit von ca. 20 Minuten klingelte es in der Küche und ich bekam ihn serviert. Aus dem wöchentlichen Mittagsangebot: Levantinischer Fischtopf mit Seefischen, Tomaten, Fenchel und Feta.
Garniert mit etwas Petersilie und Schnittlauch wurde der tomatisierte und mit Feta überbackene, wohl temperierte Fischtopf in einem weißen Schälchen gereicht.
Bei dem in löffelgerechte Stücke geschnittenen Fisch handelte es sich wohl um Seelachs. Er war daher nicht gerade aromatisch, aber dafür noch toll saftig punktgenau zubereitet.
Auch beim in Streifen geschnittenen Fenchel hat man den Garpunkt für koch sehr schön getroffen, da er noch leichten, aber keineswegs harten Biss und milden Geschmack hatte. Die Tomatensauce bettete das alles fruchtig und leicht säuerlich ein, während der Feta für etwas Cremigkeit sorgte.
Handwerklich war das also einwandfrei. Allerdings fehlte mir geschmacklich der „Levantine“-Teil. Gewürzaromen von Kardamon, Kreuzkümmel oder der typisch säuerliche Sumach waren hier schlicht nicht vorhanden, was gegenüber den Erwartungen also etwas Abzug nötig macht.
Dazu gab es drei Scheiben eines schon von der sichtbaren, großen Porung her gelungen gebackenen Focaccias, dass aber leider völlig kalt war, sodass es auch hier noch Raum zur Verbesserung gab.
So nahm ich zusammengefasst also folgende Ersteindrücke aus dem „Café Union“ mit.
Die Einrichtung der für ein Café doch sehr großen Räumlichkeiten spielt die Vorteile der großen Fensterfront voll aus, die nicht nur durch die natürliche Beleuchtung, sondern auch den umfassenden Blick über das Markttrubel das Ambiente und die Eyecatcher für die Gäste bildet. Da braucht es nur das in gutem Zustand befindliche Sitzmobiliar, um sich entspannt und wohl zu fühlen.
Auch die Integration der offenen Küche und Café-Theke lockern das ganze Ambiente passend auf.
Zu dieser zwanglosen und lockeren Atmosphäre trugen das an diesem Tage auch die drei jungen Damen im Service mit ihrer Freundlichkeit und Aufmerksamkeit bei.
Gleich in doppelter Weise hebt sich das kulinarische Angebot erfreulich von denen der meisten Cafés ab. Schon beim Frühstück werden nicht nur etliche Zusammenstellungen durchdekliniert, sondern eigenständige Gerichte (z.B. Lachs-Rilette-Brot, Serrano-Bauernfrühstück) bieten hier schon standardmäßig eine willkommene Abwechslung.
Dieses erstaunliche Niveau setzt sich aber auch im Bistrobereich mit der wöchentlich wechselnden Mittagskarte fort, die klar mit Handwerk verbundene und trotzdem vielfältige, internationale Auswahlmöglichkeiten bietet.
Der bei meinen Besuch gewählte „Levantinische Fischtopf“ zeigte das handwerkliche Können und Produktbewusstsein dabei ganz klar, konnte mich auf Grund der nicht wahrnehmbaren „Levante-Aromen“ und der kalten Brotscheiben nicht vollends begeistern.
Angesichts dieser gezeigten kulinarischen Qualität wirkt das Preisniveau im Bereich für 10-20 € sowohl für die Frühstücks- als auch Mittagsangebot und explizit die 13,5 € für das von mir gewählte Gericht trotzdem noch angemessen.
Meiner Meinung nach hat sich mit dem "Cafe Union" also eine sehr gute Zusammenarbeit ergeben, die die Lücke des traditionsreichen "Maret" mehr als ansprechend füllt und das Cafe-Bistro-Angebot der Innenstadt definitiv bereichert, auch wenn ich geschmacklich diesmal wohl nicht den vollen Jackpot getroffen hatte.
Obwohl dieser kleine Häuserblock mit Innenhof so zentral und neuralgisch zwischen Markt, Rathaus und Marienkirche gelegen ist, schien es mir doch immer so, dass sich hier um die Anmietung der vorhandenen Immobilien nicht gerade gerissen wurde. Eher versuchte die Stadt einige Male mit eigenen Projekten die oft leerstehenden Räumlichkeiten vor dem Verfall zu bewahren und zu füllen. Lediglich das Lübecker Weinkontor und vor allem sehr traditionsreiche Cafe Maret hielten sich stets standhaft und gehörten somit zum Bild dieses Platzes fest... mehr lesen
4.0 stars -
"Das Cafe-Bistro zeigt, dass man hier wirklich eine "Union" von abwechslungsreichen Frühstücks- und Mittagsgerichten vorfindet, die handwerkliche Expertise, aber geschmacklich noch ein wenig Luft nach oben haben." NoTeaForMeObwohl dieser kleine Häuserblock mit Innenhof so zentral und neuralgisch zwischen Markt, Rathaus und Marienkirche gelegen ist, schien es mir doch immer so, dass sich hier um die Anmietung der vorhandenen Immobilien nicht gerade gerissen wurde. Eher versuchte die Stadt einige Male mit eigenen Projekten die oft leerstehenden Räumlichkeiten vor dem Verfall zu bewahren und zu füllen. Lediglich das Lübecker Weinkontor und vor allem sehr traditionsreiche Cafe Maret hielten sich stets standhaft und gehörten somit zum Bild dieses Platzes fest
Geschrieben am 04.02.2026 2026-02-04| Aktualisiert am
06.02.2026
„Bis zum letzten Service: Konzentration auf das Wesentliche
Bis zur Schließung bleibt das Aqua, was es immer war: ein Ort für Gäste. Bis zum 21. März 2026 serviert das Team ein einziges, kuratiertes Acht-Gänge-Menü, das Sven Elverfeld vollständig seinen Lieblingsprodukten widmet. Dazu gehören Süßwasserfische wie die Forelle vom Hof Behn, Carabinero als sein bevorzugtes Krustentier sowie das Onglet – ein Produkt, das er als Erster im Aqua auf die Karte brachte. Reservierungen sind aufgrund der begrenzten Kapazitäten ausschließlich über die offiziellen Kanäle möglich. Am 21. März 2026 findet ein einmaliger Abschiedsabend für geladene Gäste statt.
Mit diesem Schritt setzt Sven Elverfeld einen klaren Schlusspunkt unter ein erzähltes Werk – und folgt seinem Credo, Neues mit derselben Sorgfalt anzugehen, mit der er 25 Jahre lang Perfektion geschaffen hat. Das nächste Kapitel entsteht ohne Eile, mit derselben Sorgfalt, die das Aqua ein Vierteljahrhundert geprägt hat. Das Konzept Aqua wird nicht fortgeführt. Im Anschluss wird The Ritz-Carlton, Wolfsburg sein gastronomisches Angebot neu ausrichten – Details werden kommuniziert, sobald das Gesamtkonzept feststeht.“
„Bis zum letzten Service: Konzentration auf das Wesentliche
Bis zur Schließung bleibt das Aqua, was es immer war: ein Ort für Gäste. Bis zum 21. März 2026 serviert das Team ein einziges, kuratiertes Acht-Gänge-Menü, das Sven Elverfeld vollständig seinen Lieblingsprodukten widmet. Dazu gehören Süßwasserfische wie die Forelle vom Hof Behn, Carabinero als sein bevorzugtes Krustentier sowie das Onglet – ein Produkt, das er als Erster im Aqua auf die Karte brachte. Reservierungen sind aufgrund der begrenzten Kapazitäten ausschließlich über die offiziellen... mehr lesen
Aqua · Gourmet-Restaurant · The Ritz-Carlton
Aqua · Gourmet-Restaurant · The Ritz-Carlton€-€€€Sternerestaurant05361607000Parkstr. 1, 38440 Wolfsburg
stars -
"Das 3-Sterne-Restaurant „Aqua“ in Wolfsburg schließt am 21.03.2026" NoTeaForMe„Bis zum letzten Service: Konzentration auf das Wesentliche
Bis zur Schließung bleibt das Aqua, was es immer war: ein Ort für Gäste. Bis zum 21. März 2026 serviert das Team ein einziges, kuratiertes Acht-Gänge-Menü, das Sven Elverfeld vollständig seinen Lieblingsprodukten widmet. Dazu gehören Süßwasserfische wie die Forelle vom Hof Behn, Carabinero als sein bevorzugtes Krustentier sowie das Onglet – ein Produkt, das er als Erster im Aqua auf die Karte brachte. Reservierungen sind aufgrund der begrenzten Kapazitäten ausschließlich über die offiziellen
Besucht am 04.07.20251 Personen
Rechnungsbetrag: 6.4 EUR
In wohl jeder größeren und auch kleineren Stadt Deutschlands steigt das Angebot nahöstlich und orientalisch ausgerichteter Gastronomie stetig an. Zum Leidwesen derjenigen, die dabei gerne möglichst viel der jeweiligen traditionellen Küche ausprobieren möchten, beschränkt sich dies aber zum großen Teil auf den Stereotyp der "Döner-Imbisse", die neben den bekannten Drehspieß-Klassikern dann auch nur noch eine Pizza- und Fastfood-Sparte im Sortiment haben. Schnell und günstig ist da mehr die Devise, als die Hinzufügung einer authentischen und speziellen Länderküche zur lokalen Gastro-Landschaft.
Darum hat es vor gut 1 1/2 Jahren durchaus sehr mein Interesse geweckt, als sich das bisher nur im großen "CITTI"-Einkaufszentrum im Westen der Lübecker Metropolregion gelegene "Alhambra"-Restaurant dazu entschlossen hat, direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt einen zweiten Standort zu eröffnen. Dass es sich dabei nun um ein größeres Restaurant als nur ein Einkaufscenter-Bistro handelt, stimmte mich umso hoffnungsvoller darauf, hier eben nicht nur die bekannten Schnellgerichte der Döner-Imbisse vorzufinden. Außenansicht.
In der Königstraße nahe des "Haerlin-Centers" im Erdgeschoss des sich daran anschließenden Häuserblocks gelegen, Reihen sich hier bereits viele unterschiedliche Läden an der schwarzen und verglasten Häuserfront entlang. Das mit orientalischen Serifen versehene Namensschild bewirbt unter dem kleinen Glasvordach von außen das Restaurant und zieht zudem noch den Zusatz "falafel & orient food" nach sich. Jenes Vordach gewährt zudem einer Handvoll Tischpartien Schutz vor Regen, welche zum normalen Bürgersteig aber keine zusätzliche Abgrenzung besitzen. Innenansicht mit Blick zur Theke.
Betritt man das Lokal, so befindet sich auf der linken Seite sogleich ein langgezogener Thekenbereich, welcher mit einer Glasvitrine beginnt, in der verschiedene nahöstliche Kleingebäcke präsentiert werden. Im weiteren Verlauf werden auch noch weitere Zubereitungen zur Schau gestellt, die vor allem dem Bereich der "Mazza" entsprechen. Am Ende schließt dann der Beginn der halboffenen Küche diese Seite ab.
An einer Display-Wand kann an hier auch bereits das Angebot eingesehenen werden. Einen gewissen Bistro-Charakter aus der Filiale im "CITTI-Park" hat man also übernommen. Gastbereich zum Eingang hin. Der hintere Gastraum.
Im restlichen Raum verteilen sich auf hellem Parkettboden geschätzt ca. zwei Dutzend Sitzpartien, die jeweils 2-4 Gästen Platz bieten. An der von der Theke gegenüberliegenden Seite wurde dabei eine lange Sitzbank installiert, während sonst an halbhohen, gepolsterten Sesseln in unterschiedlicher Farbe Platz genommen werden kann.
Orientalisches Flair wird dezent mit Hilfe vieler ornamentierter Deckenlampen, sowie den türkisenen Fliesen an der Theke und gemusterten Tapete gegenüber hervorgerufen, sodass man sich also wirklich nicht wie in einem Schnellimbiss, sondern einem Ort zum Verweilen mit nahöstlicher Küche fühlt. Ein paar Deko-Elemente, wie orientalisch bemalte Teller, fügen sich auch stimmig und nicht überfrachtend in das Interieur ein.
Im hinteren Bereich findet man dann noch den Toilettenbereich, sodass sich das gesamte Lokal auf einer barrierefreien Ebene befindet.
Insgesamt ist das für mich ein zum Konzept passendes und gelungenes Ambiente, dass neuwertig und sauber ist, auch wenn es nicht durch Besonderheiten im Gedächtnis bleibt.
An diesem frühen Freitag-Nachmittag waren im nur wenig ausgelasteten Lokal 2 Mitarbeiter sichtbar zugange. Eine junge Dame begrüßte mich und kümmerte sich auch allgemein um die Gäste und Sauberkeit, während ein junger Herr wohl abwechselnd vor allem die Küche und Speisentheke übernahm.
Die Frau agierte servicemässig, aber dabei nicht wirklich herzlich bzw. nahbar. Das tat zwar nicht weh, ein Gefühl, wirklich willkommen zu sein, kam so aber nicht recht bei mir auf.
Die Speisekarte bleibt der orientalischen Küche treu und hat zudem einen für mich optimalen Umfang. 2 Suppen und 4 Salate stehen als Vorspeisen ebenso zur Auswahl, wie eine Mazza-Variation für ganze Tischgesellschaften im Umfang von 6 oder 8 Schälchen mit einer Zusammenstellung aus selbst ausgewählten libanesisch zubereiteten Gemüsen, Cremes, Pürees und Salaten, die im bereits genannten Thekenbereich zuvor begutachtet werden können. Überwiegend sieht man hier Preise im einstelligen Bereich und auch die große Mazza-Variation liegt mit 18,5€ noch in einem für mich gemäßigten Bereich.
Zur Hauptspeise stehen neben 2 gesondert aufgeführten vegetarischen Speisen 8 Gerichte mit Fleisch-Komponente zur Auswahl, wobei hier natürlich nur Lamm, Rind und Hähnchen vorkommen. Hier beträgt die Preisspanne 13-24 €, was ebenfalls absolut im Mittelklasse-Segment liegt.
Ein wenig Imbiss-Charakter hat man, wohl aus der Stammfiliale im "CITTI-Park" mitgenommen, dann doch noch in das Angebot integriert. 8 verschieden, vegetarisch und omnivor gefüllte Pitas stehen ebenfalls in einer eigenen Kategorie zur Auswahl und sind mit Preisen von deutlich unter 10€ nicht nur für den schnellen Hunger, sondern auch kleinen Euro zu haben.
Für einen süßen Abschluss, der bei der orientalischen und nahöstlichen Küche diesem Namen ja immer wahrlich gerecht wird, verweist man auf die tagesaktuelle Auswahl an Kuchen und Gebäcken die ebenfalls in eingangs erwähnter Vitrine gleich neben dem Eingang begutachtet werden können.
Für diese erste kleine Stippvisite wählte ich ein Gericht, dass meiner Meinung nach ganz gut das Verständnis für orientalische Gewürze hier widerspiegeln sollte. Die "Orientalische Linsensuppe" für 5,9€ mit braunen Linsen stand ca. 10 Minuten nach meiner Bestellung vor mir auf dem Tisch. „Orientalische Linsensuppe“.
Ein schöner Anblick war zu Beginn schon einmal der Suppenteller mit breitem, verziertem Rand.
Dazu gesellte sich noch ein Körbchen mit Fladenbrot.
Suppe und Brot ließen an ansprechender Temperatur nichts vermissen. Meine Hoffnung auf noch etwas Einlage in der Suppe wurde abseits von der Petersilie leider nicht erfüllt. So kam sie doch recht wässrig für meine Vorlieben daher. Gut, dass da das Brot nicht nur gleich griffbereit lag, sondern dieses in seiner Frische und Geschmack ebenso überzeugte.
Geschmacklich gefiel die Suppe hingegen durchaus. Die Limette der Deko sorgte auch im Teller für eine erfrischende Säure. Der Linsengeschmack fand die gesuchte Bereicherung der verschiedenen, orientalischen Gewürze, die eben ohne Schärfe daherkommen. Das hallte erfreulich am Gaumen nach, ohne sie bei der indischen Küche mehr „nachzubrennen“.
Von der Konsistenz war die Suppe also nicht ganz mein Fall, geschmacklich und dank gutem Brot aber trotzdem überzeugend.
Zum Schluss möchte ich also meine Eindrücke von diesem ersten Besuch im "Alhambra Orient Food" in der Innenstadt zusammenfassen.
Die Inneneinrichtung ist nicht nur neuwertig, sondern klassifiziert das Lokal mit seiner Qualität und Gestaltung verdient in die Kategorie eines Restaurants und nicht nur eines Bistros oder Schnellimbiss. Orientalische Dekoration ist in einem guten Maße eingesetzt und sorgt somit für ein ansprechendes und zur kulinarischen Ausrichtung passendes Ambiente, woran es im Grunde nichts auszusetzen gibt.
Die junge Dame, die zum ruhigen Nachmittag den Service an Gast übernahm, war leider nicht so herzlich und aufgeschlossen, wie man das in nahöstlicher Kultur eigentlich eher erwarten würde, aber unfreundlich war sie dabei auch nicht. Trotzdem hätte sie durchaus mehr zur Wohlfühlatmosphäre beitragen können.
Mit der "Orientalische Linsensuppe" konnte mir die ersuchte Gewürzwelt durchaus gut bereiten. Auch wenn sie für mich etwas zu wässrig und leider ohne jegliche Einlage serviert wurde, gab es vom Geschmack her eher nichts zu kritisieren. Der Nachteil ließ sich mit dem frischen, guten Brot ja durchaus mit Genuss kompensieren.
Sowohl von der geschmacklichen Qualität, als auch der Portionsgröße her sieht das Verhältnis zum Preis von gerade einmal 5,9 € für mich daher trotzdem also sehr gut aus.
Kulinarisch konnte dieser erste Besuch im "Alhambra Orient Food" meine Wünsche also gut, wenn auch nicht in besonderem Maße erfüllen und gerade das Verhältnis zum Preis stimmt durchaus. Mehr Herzlichkeit und spürbares Interesse am Gast hätte auch insgesamt die Erfahrung verbessern können. Trotzdem empfinde ich das Lokal das Lokal als eine Abwechslung in der sonst eher in Form von Döner-Imbissen vertretenen nahöstlichen Gastronomie als Bereicherung.
In wohl jeder größeren und auch kleineren Stadt Deutschlands steigt das Angebot nahöstlich und orientalisch ausgerichteter Gastronomie stetig an. Zum Leidwesen derjenigen, die dabei gerne möglichst viel der jeweiligen traditionellen Küche ausprobieren möchten, beschränkt sich dies aber zum großen Teil auf den Stereotyp der "Döner-Imbisse", die neben den bekannten Drehspieß-Klassikern dann auch nur noch eine Pizza- und Fastfood-Sparte im Sortiment haben. Schnell und günstig ist da mehr die Devise, als die Hinzufügung einer authentischen und speziellen Länderküche zur lokalen Gastro-Landschaft.... mehr lesen
3.5 stars -
"Eine Anlaufstelle orientalischer und nahöstlicher Küche, die auch mal über einen Döner-Imbiss hinausgeht und ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Servicemässig gibt es durchaus noch Luft nach oben." NoTeaForMeIn wohl jeder größeren und auch kleineren Stadt Deutschlands steigt das Angebot nahöstlich und orientalisch ausgerichteter Gastronomie stetig an. Zum Leidwesen derjenigen, die dabei gerne möglichst viel der jeweiligen traditionellen Küche ausprobieren möchten, beschränkt sich dies aber zum großen Teil auf den Stereotyp der "Döner-Imbisse", die neben den bekannten Drehspieß-Klassikern dann auch nur noch eine Pizza- und Fastfood-Sparte im Sortiment haben. Schnell und günstig ist da mehr die Devise, als die Hinzufügung einer authentischen und speziellen Länderküche zur lokalen Gastro-Landschaft.
Geschrieben am 09.07.2025 2025-07-09| Aktualisiert am
09.07.2025
Besucht am 04.07.20251 Personen
Rechnungsbetrag: 5.6 EUR
Vielfältigkeit in Gastronomie jeglicher Größe ist wirklich ein Wertvolles Gut für jeden, der mit Freude Abwechslung in der Kulinarik genießt. In dieser Hinsicht lässt es mich immer umso mehr erfreulich aufhorchen, wenn eine leere Immobilie in Lübeck mit etwas Anderem als z.B. einem Späti oder Döner-Imbiss für sowieso meist nur kurze Zeit gefüllt wird.
Das "Danzig Bistro" an der Untertrave zähle ich definitiv zu dieser gern von mir gesehenen Kategorie. Bereits Mitte 2023 wurde es damals noch unter dem für mich etwas unpassenden modern anmutenden Namen "Space Breads" mit Science-Fiction-Design des Interieurs eröffnet. Man fühlte sich somit zunächst eher wie bei dem nächsten neuen "fancy Pizza-Lieferdienst" (Parallelen zum ersten "Toy Story"-Film kamen dabei in mir vor allem auf ;-)), als in einem kleinen Bistro, dass etwas mehr polnische Küche in das gastronomische Angebot der Hansestadt bringen möchte.
Zum damaligen Zeitpunkt bot man zudem nur die sogenannten "Zapiekanki" an. Dabei handelt es sich um das polnische Pendant des bereits als Fast Food bekannten Pizzabaguettes. Großzügig gesprochen könnte man auch Vergleiche zur französischen Croque ziehen. In den 1970ern in unserem östlichen Nachbarland entstanden, hat es sich dort als Sinnbild für schnelle Imbiss-Versorgung mit der bekanntermaßen unschlagbaren Kombination von Fett und Kohlenhydraten etabliert. So handelt es sich dabei eben "nur" um ein halbiertes Weißbrot mit verschiedenen Belägen, dass dann großzügig mit Käse überbacken und zum Schluss noch mit Ketchup-Streifenmuster "veredelt wird" (italienische Balsamicocreme-Gemälde lassen grüßen).
Dieses Angebot hatte auch mich dabei nun nicht so angesprochen, dass dieses Lokal ganz oben auf meiner Besuchs-Wunschliste lag. Zudem schien es ein Jahr später auch so, dass die vorübergehende Schließung wegen "Umbauarbeiten" doch wohl eher in einem dauerhaften Status enden würde. Doch weit gefehlt: Im Winter 2024 öffnete man tatsächlich erneut die Türen des kleinen Lokals, dass sich nun mit dem Namen "Danzig Bistro" eindeutig zur Herkunft seines Angebots bekannte.
Dieses wurde zu meiner Freude dabei erweitert und hält nun in Ergänzung zu den "Zapiekanki" eine wesentlich tradionellere polnische Speise parat: die Teigtaschen "Pierogi". Hier hat man dabei eine breite Auswahl von omnivorer Hackfleisch- über vegetarische Käse- bis zu veganer Pilzfüllung, die zudem durch unterschiedliche Toppings (Schnittlauch, Röstzwiebeln, Speck usw.) weiter individualisiert werden können.
Ebenso spannend und für mich sehr typisch für die polnische Küche ist ein täglich wechselndes Eintopf- und Suppenangebot, was z.B. Bigos, Zurek, Gurkensuppe oder Rote-Bete-Suppe umfasst.
Das waren nun also mehr als genug Gründe, damit das Bistro ganz weit oben auf meine Gastro-Besuchs-Liste kletterte und an diesem späten Freitag-Nachmittag auch das Ziel meines ersten Probiermahls wurde. Außenansicht.
Äußerlich macht das "Danzig" im Erdgeschoss mit der interessanten und markanten, symmetrischen Fenster- und Türenarchitektur nun mit einem Leuchtschild auf sich aufmerksam. Dieses zeigt, neben dem Namen, eine rote Silhouette der polnischen Hafenstadt mit weißem Himmel, wodurch also die polnische Flagge ebenfalls integriert wird. All das macht nun, im Gegensatz zum Weltall-Motto des vorherigen "SPACE" wesentlich mehr Sinn und schafft auch gleich einen Bezug zu dem, was ein potentieller Gast hier kulinarische vorfinden kann. Innenansicht #1. Innenansicht #2.
Auch im Inneren des Lokals hat man die Stadt an einer kompletten Wand verewigt, wobei es hier die Silhouette des neuen Hafens der polnischen Stadt ist, was natürlich auch gut zum Hansecharakter Lübecks passt.
Die gegenüberliegende Wand ziert auf schwarzem Untergrund lediglich das Wort "Soldek". Erstaunlicherweise hat das aber gar keinen kulinarischen Bezug, benennt es doch ein bekanntes Museumsschiff im Danziger Hafen.
Das Leuchtschild vom Außenbereich befindet sich noch einmal an der Stirnseite, wo man hinter dem Tresen direkt in die Küche blicken kann.
Auf dem schwarz gefliesten Boden sind es dann die einfachen Stühle mit rotem Samtbezug an hellen Zweiertischen, die nochmals die polnischen Farben präsentieren. Hierbei kann man an der Wand mit der Hafensilhouette auf einer ebenfalls rot gepolsterten Bank Platz nehmen.
Als ich kurz nach Ladenöffnung gegen 17:00 das Lokal besuchte, kümmerte sich ein junger Mann um dessen Betrieb. Genauso freundlich, locker und aufgeschlossen, wie er mich begrüßte, erläuterte er auch anschließend das Angebot und ließ sich auf Fragen zu diesem ein. Bestellt und bezahlt wurde direkt am Tresen, serviert hat er dann aber an den Platz. Für dieses „Bistro-Maß“ an Service kann ich da nichts bekritteln, sondern eher die erwähnte zugewandte Art des jungen Mannes loben.
Das Angebot hatte ich ja in meiner Einleitung bereits geschildert. Für diesen Freitag entschied man sich für eine polnische Gurkensuppe als die Tagessuppe, die es für 8,5€ zu bestellen gab. Im "Menü" mit 6 Pierogi kann man für 13 € auch den größeren Hunger stillen.
Eben jene Pierogi sind im Umfang von 11 Stück für 13 € (Pilz-Kraut-Füllung) bis 15 € (Hackfleischfüllung) erhältlich. Man kann aber auch eine ganz individuelle Menge bestellen, wobei pro Stück 1,4 - 1,6 € zu Buche stehe.
Dazu kann man sich Toppings aussuchen, die von Röst- bzw. Schmelzzwiebeln über Butter und Rauchspeck bis zu Schnittlauch und Chiliflocken reichen.
Die Zapiekanki-Baguettes sind übrigens auch preislich wahrlich etwas für das Motto "Hauptsache preiswert satt", denn nicht weniger als ganze 50 cm sind diese in der Maxi-Version lang und kosten selbst dann in der Basisversion maximal 9,8 €. Durch die individuelle Wahl weiterer Beläge und Saucen kann der Betrag dann noch erhöht werden.
Diese Baguettes standen aber ja sowieso für diesen ersten Besuch nicht im Fokus meines Appetits auf polnische Küche. So entschied ich mich schließlich für die „Pierogi mit Pilz-Kraut-Füllung“ im Umfang von Stück für 5,6 €, die ich mit Schmelzzwiebeln und Schnittlauch getoppt haben wollte. Nach etwa 10 Minuten servierte mir der junge Herr dies auch schon direkt an den Platz. Pilz-Kraut-Pierogi mit Schmelzzwiebeln und Schnittlauch.
An deren Größe war, zu meiner Freude, schon einmal nicht geknausert worden. Etwa so lang wie ein Mittelfinger und drei Finger breit, versprachen die Teigtaschen bereits optisch eine gute Füllung. Die Üppige Pilz-Kraut-Füllung im Detail.
Das bestätigte dann auch der erste Anschnitt, der sowohl das Kraut als auch die feine, bräunliche Pilz-Duxelles in guter Harmonie erkennen ließ. Keine Überraschung es also, dass auch geschmacklich die feine Säure des Krauts mit dem Aroma der Fungi schon harmonierte. Herrliche Herzhaftigkeit versprühte jede Pirogge im Mund, die dank meiner gewählten Schmelzzwiebeln noch eine tolle süße Addition erfuhren.
Nicht zu vergessen wäre auch die handwerkliche Qualität beim Teig, der für mich genau die richtige Stärke und Konsistenz hatte.
Ebenso vermissen musste ich auch nicht eine Soße, denn einerseits waren die Pierogi schon Dank der saftigen Füllung und dem Teig geschmeidig, und andererseits entstiegen sie wohl ihrem Glanz nach noch einer schönen „Pfannenkur“ mit etwas Butter.
Ich bekam hier also geschmacklich genau die erhoffte „Wonne am Gaumen“, die zudem noch mit guter Qualität der Zubereitung gepaart war.
Alles in Allem kann ich aus meiner Sicht also folgendes Fazit zum "Danzig Bistro" ziehen.
Die Umgestaltung des Innenbereiches war für mich eine sehr gute Entscheidung der Betreiber. Der direkte Bezug zur Hafenstadt Danzig lässt nun eine klare kulinarische Ausrichtung viel besser erkennen als das zuvor eher krampfhaft auf Modern getrimmte "Weltall-Motiv". Man weiß nun genau, welche Küche man hier ausprobieren kann und vertraut nun auch mehr darauf, dass dies mit einem gewissen Anspruch an Authentizität geboten werden will.
Der das Lokal am Tage meines Besuchs betreibende junge Mann hinterließ bei mir einen tollen Eindruck. Seine aufgeschlossene und kommunikative Art passte meiner Meinung nach super zur Ausrichtung eines polnischen Bistros.
Im kulinarischen Bereich lieferte mir das „Danzig“ mit den von mir gewählten Pilz-Kraut-Pierogi genau diesen herzhaften Wohlgeschmack, den ich mir von dieser Länderküche erhoffte. Weder an Handwerk noch Geschmack ließ die klar hausgemachte Qualität für mich etwas missen.
Gegenüber dem Preis von 1,4 € pro großzügiger Pirogge resultiert das bei mir in einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ich persönlich betrachte das Bistro nach der Umgestaltung somit definitiv als Bereicherung und lohnenswerte Anlaufstelle in der Altstadt, die die bisher fast gar nicht vertretene osteuropäische und im speziellen polnische Küche erweitert. Die unkomplizierte Freude dieser Speisenwelt lässt sich im „Danzig“ dabei sehr gut entweder ausprobieren oder wiederfinden.
Vielfältigkeit in Gastronomie jeglicher Größe ist wirklich ein Wertvolles Gut für jeden, der mit Freude Abwechslung in der Kulinarik genießt. In dieser Hinsicht lässt es mich immer umso mehr erfreulich aufhorchen, wenn eine leere Immobilie in Lübeck mit etwas Anderem als z.B. einem Späti oder Döner-Imbiss für sowieso meist nur kurze Zeit gefüllt wird.
Das "Danzig Bistro" an der Untertrave zähle ich definitiv zu dieser gern von mir gesehenen Kategorie. Bereits Mitte 2023 wurde es damals noch unter dem für... mehr lesen
Danzig Bistro
Danzig Bistro€-€€€Bistro045161919370An der Untertrave 59, 23552 Lübeck
4.5 stars -
"Das kleine Bistro gewährte mir durch seine polnische Küche erfreuliche Abwechslung mit kleinem Genuss für Zwischendurch – und das in sehr guter Qualität." NoTeaForMeVielfältigkeit in Gastronomie jeglicher Größe ist wirklich ein Wertvolles Gut für jeden, der mit Freude Abwechslung in der Kulinarik genießt. In dieser Hinsicht lässt es mich immer umso mehr erfreulich aufhorchen, wenn eine leere Immobilie in Lübeck mit etwas Anderem als z.B. einem Späti oder Döner-Imbiss für sowieso meist nur kurze Zeit gefüllt wird.
Das "Danzig Bistro" an der Untertrave zähle ich definitiv zu dieser gern von mir gesehenen Kategorie. Bereits Mitte 2023 wurde es damals noch unter dem für
Besucht am 04.07.2025Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 15 EUR
Dieses prägnante, weiße Haus in der Beckergrube konnte vormals wahrlich als Blaupause für einen "Lost Place" in der Lübecker Gastronomie-Landschaft bezeichnet werden. Für lange Zeit wurde hier in der Gaststätte / Bierstube namens "Heinrich Böll" sehr günstig und durchweg hausmannsköstlich gespeist und natürlich vor allem getrunken. Die Zeit der Covid-Pandemie führte, wie ja zunächst bei allen Restaurants, zur Schließung des Lokals. Doch selbst als die Regeln gelockert wurden und sogar ein Ende der Pandemie absehbar war, blieben die Türen hier zu. Monatelang war man also laut Aushang noch wegen der Pandemie geschlossen, während der Rest der Gastronomie versuchte wieder irgendwie auf die Beine zu kommen. Erst im Sommer 2022 wurde es dann auch offiziell, dass dieses Haus nur noch der weiterhin daran befestigte Namensschriftzug "Heinrich Böll" mit dem Restaurant verband, denn verabschiedet hatten sich die Betreiber davon schon längst.
Ganze zwei Jahre blieb diese Immobilie also von außen so scheinbar als noch bestehende Bierstube erhalten, bis sich im Sommer 2024 endlich neue Pächter fanden, die den verstaubten aber irgendwie auch schon ehrwürdigen Räumen wieder neues Leben einhauchen und den genannten Schriftzug mit ihrem Namen "Meersalz" ersetzen wollten. Neue Restaurants wecken dann natürlich auch in mir mal wieder die Neugier und machten es nun zum Ziel für mein Mittagsmahl an diesem Freitag.
Die Beckergrube ist vor allem für Kulturliebhaber sicher eine bereits häufig bewanderte Straße. Hier befindet sich nicht nur das große Theater, sondern dies ist auch die kürzeste Verbindung von der Innenstadt zum größten Veranstaltungsgebäude Lübecks, der MuK (Musik- und Kongresscenter). Dementsprechend findet der gastronomische Bereich hier viel potentielle Kundschaft vor, weshalb sie in dieser Straße auch zahlreich vertreten ist. In Nachbarschaft zum bereits seit Äonen besternten "Wullenwever", aber auch zu italienischen und Sushi-Restaurants will das "Meersalz" laut eigenem Webauftritt nun mit "Grill.Fish.Fusion" Meeres- und Grillspezialitäten in internationaler Ausrichtung anbieten. Außenansicht.
Wie bereits in der Einleitung erwähnt befindet sich das Restaurant dabei in einem traditionsreichen und Dank seiner Architektur einprägsamen Haus. Das komplett weiß gestrichene Treppengiebelgebäude stammt aus dem Jahre 1600 und fällt durch die zahlreichen, hübsch segmentierten Fenster bereits sehr positiv auf. Das strahlt von Außen viel norddeutschen bzw. Hanse-Charakter aus und lädt somit durchaus ein, das ebenfalls weiße Portal unter dem hellblauen Schriftzug des neuen Restaurants zu betreten. Innenansicht Erdgeschoss. Die Bar.
Das Interieur des zwei Etagen umfassenden Restaurants versprüht glücklicherweise keineswegs einen angestaubten, noch von früheren Zeiten verrauchten Charakter aus, den man bei der vormaligen Bierstube eventuell erwartet hätte. Erhalten hat man aber erfreulicherweise den historischen Geist des Hauses, welcher vor allem in den dunklen Holztönen des Bodens, einiger Oberbalken, sowie des Lambris und der schön polierten Tische und Holzstühle des Obergeschosses wiederzufinden ist.
Trotzdem sieht man dem Restaurant die Modernisierung seit der ehemaligen Bierstube z.B. bei den komfortablen Stoffstühlen im Erdgeschoss an.
Zusätzlich an Wert gewinnt die Inneneinrichtung in einem Raum im Obergeschoss durch eine erhaltene Deckenmalerei. Innenansicht Obergeschoss. Deckenmalerei im Obergeschoss.
Ergänzt wird die Atmosphäre durch ein paar Blumenvasen und -kübel auf den Fensterbänken, sowie modernen als auch historischen Installationen und Bildern an den Wänden.
Die Beleuchtung besteht neben einem Kronleuchter an der Bar/Theke zumeist aus einfachen Decken- und Wandspots, die die Räume in eine wärmeren Farbton hüllen.
Wenn die Gestaltung der Inneneinrichtung auf eine gemütliche Atmosphäre, in der man entschleunigt und entspannt wird, ausgerichtet sein soll, die aber auch Hochwertigkeit ausdrückt, dann ist dies hier meiner Meinung nach wirklich sehr gut gelungen.
Auch ein Innenhof gehört zum Restaurant, doch in der prallen Mittagssonne schätzte ich die kühle Atmosphäre im Erdgeschoss mehr.
An der Sauberkeit gab es weder im gesamten Gastbereich noch auf den Toiletten etwas zu bemängeln.
Als ich nun an diesem späten Mittag das "Meersalz" betrat, begrüßte mich an der Bar sogleich ein junger Serviceherr. Er kümmere sich dabei während meiner kürzeren Aufenthaltszeit alleine um Restaurant, in dem neben mir aber auch nur ein weiterer Gast residierte. Sowohl Freundlichkeit als auch Aufmerksamkeit ließen dabei zu keiner Zeit nach und selbst eine zwischenzeitliche Frage nach der Zufriedenheit ließ er nicht vermissen.
Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich beim Umfang der feilgebotenen Speisen um eine durchaus moderne, internationale Vielfalt, die aber vereinzelt auch deutsche Klassiker integriert und sich somit nochmals deutlich von der einfachen Küche des Bierstuben-Vorgängers unterscheiden soll.
Auf den 3 Seiten der Speisekarte entdeckt man bei den Vorspeisen z.B. asiatisch angehauchtes Thunfisch-Tataki, mediterrane Tomaten-Ananas-Burrata-Crostini, aber auch Fish & Chips. Auch die Hauptgerichte umfassen vielerlei kulinarische Regionen der Welt, vom Spinat-Risotto über den Grillhähnchen-Burger bis zur klassischen Scholle oder dem Roastbeef findet hier mit Sicherheit jeder Gast etwas Ansprechendes, auch unabhängig von der Ernährungsform.
Das Angebot ist also keineswegs überfrachtet, und dabei geschmacklich mannigfaltig unterwegs, was natürlich auch gut durchdacht und beherrscht sein will, damit sich die Kreationen nicht nur von Zutaten her interessant lesen, dann aber eher fade oder nicht ausbalanciert daherkommen.
Preislich kann man die genannten Vorspeisen für Beträge in einem Bereich von ca. 10-16€ bestellen, während man bei den Hauptgängen eine Spannweite von 14 bis 35 € hat. Um 10 € herum bewegen sich auch die 3 angebotenen süßen Abschlüsse. ?Auch in diesem Bereich hebt man sich also sichtbar von einer sehr einfachen, eher nur die Getränke begleitenden Küche ab und suggeriert durchaus einen Anspruch hinsichtlich der verwendeten Zutaten und deren Zubereitung.
Zu diesem Mittag lachte meinen Appetit dabei das Cajun Hähnchen mit Salat von roter Bete, Tomaten, Gurken, Oliven und Balsamico für 14,5 € am meisten an.
Ca. 15 Minuten nach meiner Bestellung wurde mir dann folgender Teller serviert. "Salat mit Cajun Hähnchen I Rote Bete | Tomate | Gurke | Oliven | Balsamico".
Auf einem üppig gefüllten, gut gewählten, tieferen Teller thronten auf einem Bett aus knackigen Blattsalaten sogleich einige Stücke des Hähnchens. Es war nicht scharf angebraten und nun auch kein Wunder an Saftigkeit, aber von staubtrocken auch noch weit entfernt. Gut war hingegen die Würzigkeit, denn sowohl eine gute Portion Salz, als auch die mediterranen Kräuter und Pfeffernote der Cajun-Mischung waren nicht nur sichtbar, sondern auch voll schmeckbar.
Rote Bete kam in Form von rohen, aromatischen Streifen (zusammen mit ein paar Möhrenstreifen), Gurke als Scheibchen, Tomaten als Cocktailhälften und Oliven in ihrer geschwärzten Form zum Salat zusammen. Alle Komponenten waren frisch und knackig und selbst die Tomaten nicht nur wässriges Füllmaterial.
Das Balsamicodressing wurde am Boden noch durch ein Joghurtdressing ergänzt. Das war aber ganz gut ausbalanciert, denn sowohl die Balsam-Säure als auch Joghurt-Cremigkeit kamen zum Tragen und machten das Gemüse somit gut an.
Dazu gesellten sich sogar noch 2 mit Kräuterbutter bestrichene Weißbrotscheiben, die zwar aromatisch, aber leider schon kalt und nicht mehr kross waren. Auf diesen Zusatz hätte die Küche also auch verzichten können.
Sehr gerne habe ich dieses Gericht verspeist, in dem es außer vielleicht den Brotscheiben keinerlei geschmacklichen oder qualitativen Ausfall gab. Eher verdient die Würze von Hähnchen und Dressings sogar Lob.
Zusammengefasst bleibt mir vom neuen "Meersalz"-Restaurant also folgender Ersteindruck.
Das Ambiente verdient für mich wirklich volle Punktzahl, da es sich stimmig an die Historie des Gebäudes anpasst und dabei gleichzeitig hochwertig ist. So fühlt man sich als Gast umgehend wohl, hat sowohl einiges zu bestaunen, kann sich aber begleitet von lässiger Jazz- und Soulmusik voll auf die Kulinarik und/oder seine Gesellschaft konzentrieren.
Der mich an diesem Mittag bedienende Servicemitarbeiter unterstützte dieses Wohlbehagen mit einem freundlichen und aufmerksamen Auftreten.
Auf der kulinarischen Seite hat mir das Küchenteam mit dem leichten Gericht um das „Cajun Hähnchen“ in mediterran angehauchter Begleitung ein schmackhaftes, leichtes Mahl beschert, in dem an Geschmack als auch Würze nicht gespart. Nur die weichen, kalten Kräuterbutter-Brotscheiben und vielleicht allgemein Raffinesse und Liebe (z.B. bei der Garung des Hähnchens) führen hier doch zu etwa Abweichung von der Höchstpunktzahl.
Der Preis von aktuell 14,5€ ist also für mich kein Wucher, aber angesichts der Einfachheit auch noch nicht besonders preiswert.
Unterm Strich stellt sich die Wiederbelebung dieses ehrwürdigen, gastronomischen Gebäudes mit dem "Meersalz" für mich aber durchaus als gelungen dar und würde gerade dank seiner Mittagsöffnungszeit einen Platz auf meiner Liste für empfehlenswerte Mittagstische in der Lübecker Altstadt erhalten..
Dieses prägnante, weiße Haus in der Beckergrube konnte vormals wahrlich als Blaupause für einen "Lost Place" in der Lübecker Gastronomie-Landschaft bezeichnet werden. Für lange Zeit wurde hier in der Gaststätte / Bierstube namens "Heinrich Böll" sehr günstig und durchweg hausmannsköstlich gespeist und natürlich vor allem getrunken. Die Zeit der Covid-Pandemie führte, wie ja zunächst bei allen Restaurants, zur Schließung des Lokals. Doch selbst als die Regeln gelockert wurden und sogar ein Ende der Pandemie absehbar war, blieben die Türen hier zu. Monatelang... mehr lesen
4.0 stars -
"In den lange leerstehenden Räumlichkeiten der ehemaligen Bierstube kann man für mich im "Meersalz" nun ein modernisiertes, ordentliches gastronomisches Angebot finden." NoTeaForMeDieses prägnante, weiße Haus in der Beckergrube konnte vormals wahrlich als Blaupause für einen "Lost Place" in der Lübecker Gastronomie-Landschaft bezeichnet werden. Für lange Zeit wurde hier in der Gaststätte / Bierstube namens "Heinrich Böll" sehr günstig und durchweg hausmannsköstlich gespeist und natürlich vor allem getrunken. Die Zeit der Covid-Pandemie führte, wie ja zunächst bei allen Restaurants, zur Schließung des Lokals. Doch selbst als die Regeln gelockert wurden und sogar ein Ende der Pandemie absehbar war, blieben die Türen hier zu. Monatelang
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Umso überraschender ist es dabei, wohl selbst für Einheimische, dass heuer ein bereits seit Sommer 2024 geöffnetes Lokal viel Aufsehen unter den "Foodies" erzeugt. Verstärkt wird die Verwunderung noch dadurch, dass es auch gar kein designierter Anwärter auf neue Michelin-Weihen oder ein bereits berühmter Koch ist, den es in die Hansestadt gezogen hat, noch ist es ein innovatives "Gastro-Start-Up".
In vieler Munde ist hingegen das unscheinbare, asiatisch ausgelegte Restaurant "MENMO", welches sich nur ein paar Häuserblöcke entfernt vom nördlichen Ende der Außenalster im Stadtteil Winterhude befindet.
Ob es vielleicht ein kleiner Fingerzeig des Schicksals ist, dass sich in diesem Ecklokal im weiß gestrichenen Hause vormals das Sternerestaurant "Trüffelschwein" befand? Hinter dem "MENMO", dessen Name in güldenen Lettern auf schwarzem Hintergrund über dem Glastür-Eingang thront, verbirgt sich das junge, aus Vietnam stammende Paar aus dem Koch Phuc Cao und seiner Frau Nguyen Uyen. Mit Blick auf ihre Website versprechen sie dort, mit ihrem Restaurant einen "Hotspot für fine vietnamesische Küche" in Hamburg geschaffen zu haben, in dem das Angebot nicht nur aus "gebratenen Reis oder Sommerrollen" bestehen soll, sondern stattdessen der Gast mithilfe der "Kunst der Fermentation" und den daraus resultierenden "Gerichten mit intensiven, vielschichtigen Umami-Aromen" begeistert werden soll.
Zusammen mit den eingangs erwähnten Empfehlungen waren das also mehr als genug Gründe, mit Vorfreude einen Besuch in Hamburg an diesem Dienstag im September direkt mit einem Abstecher in das Restaurant zur späten Mittagszeit zu verbinden.
Was dekorativ von außen schlicht und unaufgeregt erscheint, überzeugt schon bei den ersten Schritten und Blicken im Innenbereich mit einer Eleganz, die man wahrlich mehr mit "fine" als mit 08/15-Asia-Restaurants verbindet. Stimmig passen die weinrot gestrichenen Wänden mit den in gleichem Farbton gepolsterten Holzstühlen zusammen und auch die hellen Tischplatten und dem grau gefliesten Boden sorgen für eine schöne Grundgestaltung des Innenbereiches. Empfangen wird man dabei gegenüber dem Eingang sogleich mit einer Bar, während sich der Gastbereich dann zu dessen beiden Seiten verteilt. Als Raumtrennende Elemente hat man ebenfalls dunkel gestrichene Regale mit allerhand Weinflaschen und Einmachgläsern der Fermente bestückte Regale platziert, um ein "Hallen-Gefühl" und die damit auch sich verstärkende Akustik zu verhindern. Zusätzlich zu den mit Sitzpolstern und Rückenlehnen versehenen Stühlen, die guten Komfort boten, gibt es auch eine gleichermaßen gepolsterte Wandbank.
Elegante Vorhänge, eine kleine Blumenvasen und auf jedem Tisch und die ballonartig mit Stoff bezogenen Deckenlampen komplettieren das für mein Empfinden gelungene Ambiente, dass wirklich sich in dieser Qualität wirklich eindeutig von dem eines "08/15-Asia-Palastes" abhebt und damit im Einklang zur kolportierten "fine vietnamesischen Küche" steht.
Selbst auf einige Tische im Freien muss man nicht verzichten, die sich erfreulicherweise zudem nicht direkt auf dem Bürgersteig, sondern von einer kleinen Mauer umrandet sind.
Als ich gegen 17:15 Uhr an diesem Donnerstag in das Restaurant eintrat war es in dieser Zeit zwischen Mittag und Abend noch leer. Trotzdem wurde ich sogleich freundlich von einer jungen Dame (evtl. der Besitzerin?) begrüßt und zu meinem kleinen, reservierten Tisch gebracht. In der Folge kam es bei der Bestellung erst zu etwas Verwirrung, da sie mich schon im Vorfeld auf meine Speisen über die Karte im Internet festgelegt hatte und sie mir aber auch andere Speisen schmackhaft machen wollte. Das ließ sich aber gut klären, auch wenn es zugegebenermaßen doch einen sehr unangenehmen Auftakt bedeutete und nicht recht offenherzig, sondern leicht belehrend daherkam, was doch nicht unerwähnt bleiben kann. Im weiteren Verlauf meines Besuches wiederholte sich dieser Ersteindruck zum Glück nicht, doch so ganz mit offenen Armen willkommen wie schon so oft in anderen Restaurants fühlte ich mich nicht so ganz.
Nun aber zum Hauptantreiber meiner Neugier am "MENMO": natürlich der Kulinarik. Wie bereits geschildert, wird hier zwar eine vietnamesisch ausgerichtete Cuisine geboten, doch schon der Blick auf Speisekarte zeigt, dass man sich dabei sowohl abseits von festen Traditionsgerichten, als auch einem möglichst günstigen und aufgeblähten Angebot bewegen möchte. Auch hier verdeutlicht ein Zitat der Betreiber von ihrer eigenen Website am besten, worauf man sich bei den Gerichten freuen darf: "Wir lieben es, mit neuen Zutaten zu experimentieren und gleichzeitig unseren vietnamesischen Wurzeln treu zu bleiben.". Hohe Kreativität und Anspruch an die Qualität der Gerichte zeigt sich deshalb auch bereits beim Umfang der Speisekarte, welche auf eine DIN-A4-Seite passt.
Man unterteilt dabei in "Starter" mit 8 Speisen, sowie 5 Hauptgerichte und 2 Optionen zum Dessert. Preislich kündigt sich dabei der erhoffte Anspruch an geschmackliche Abstimmung, Zubereitung und Produktqualität vor allem im Vergleich zum aktuell üblichen Preisniveau in Restaurants definitiv nicht an. So bewegen sich die Vorspeise im Bereich von 10 - 16 € und selbst die Hauptgerichte schreiten nicht über 32 € hinaus. Lediglich beim Wagyu kann man es "krachen" lassen, da hier pro 100 g berechtigte 25 € aufgerufen werden. Bei den Desserts ist man aber schon wieder mit 9 € erstaunlich günstig unterwegs
Zudem kann man sich auch bei zusätzlichen Beilagen zwischen 3 Möglichkeiten wählen, was obligatorischer Reis, aber Kartoffel Pavê und Fladenbrot sein kann und ebenfalls nicht mehr als 3 - 5 € kostet.
Positiv sei in dieser preislichen Hinsicht auch noch zu erwähnen, dass das Restaurant zu seinen frühen Öffnungszeiten von 11:30 - 16:30 eine Mittagskarte anbietet. Für unisono 12 € werden dabei aber dann doch typischere, schnellere Mittagsgerichte mit klassischer Sättigungsbeilage (Reis, Nudeln) angeboten, was sicherlich nicht mit der Ausgefeiltheit der Abendkarte vergleichbar ist. Diese ist aber nur am Wochenende auch bereits ab 12 Uhr verfügbar.
Alle Speisen stehen häufig mit einer kreativen bzw. mit einem Augenzwinkern gewählten Überschrift auf der Karte und werden darunter in ihren Hauptkomponenten benannt. Ein weiterer klarer Unterschied zu einem asiatischen Restaurant der breiten Masse. So kommt man rein von diesen Titeln her auch nicht zwangsläufig darauf, dass hier eine durchgehend asiatisch und im Speziellen vietnamesisch fundierte Geschmacksausrichtung dahintersteckt. "Thinh n Talk" (sic) steht dabei z.B. Für ein Austernpilz-Tempura mit Malzessig, Shiso und Thinh, was eine geröstete Reiszubereitung ist. "Ich hab doch Hunger!" vereint "Fried Chicken | Chili-Crisp | Viet. Limetten-Kräuter | Teriyaki | Pickles" unter sich. Auch auf der Seite der Hauptgerichte laden die Titel zum Schmunzeln ein, wie z.B. beim Fischgericht "Childhood Menmories" mit "Catch-of-the-day Fisch | XO-Soße | Saisonales Gemüse | Reis". Auch hier werden Vegetarier nicht vernachlässigt mit einem "Veggie Wellington", bestehen aus "Rettich | Blätterteig | Shiitake | Kokoscreme". Die Aufmachung der Karte und Zusammensetzung der Speisen sollte also dann doch jedem Gast klar machen, dass er hier nicht die Nr. 32 süß-sauer vorfindet, sondern sich in der Qual der Wahl vieler kreativ und neuartig daherkommender Speisen verlieren darf, was ich persönlich mit größter Freude ebenfalls immer mache und auch suche.
So entschied ich mich also mit viel Freude für folgende Vorspeise und das daran anschließendes Hauptgericht.
Für den Einstieg belief sich meine Wahl auf eine Speise mit Meeresbezug, nämlich dem erneut umschreibend betitelten "So Deep" für 24 €, wobei es sich um handgetauchte norwegische Jakobsmuscheln im Muschelsud mit Feigenblatt und Zucchiniblüten handelte.
Schon das erste Stück von der Muschel zeigte, dass hier wirklich mit viel Anspruch und Präzision in der Küche gearbeitet wird. Ein makelloses Produkt wurde hier perfekt glasig und doch mit schön gerösteter Oberfläche präsentiert. Der Sud fügte mit seinem ätherisch und zitrisch-säuerlichen Aroma wahrlich etwas geschmacklich Besonderes zur Muschel hinzu. Doch bei diesen weichen Konsistenzen wurde der Biss keineswegs vernachlässigt, was in einer ebenso tollen Qualität die Baby-Zucchini samt Blüten übernahmen. Dieser Einstieg machte definitiv Freude auf mehr.
Bei den Hauptspeisen hat sich das "MENMO" in den Gästekreisen mit seiner Entenbrust bereits sozusagen einen Namen gemacht, die hier in außerordentlich guter Qualität geboten werden soll. So war es auch für mich keine schwere Entscheidung, diesem Ruf der "Duck n Go" für 32 € zu folgen, bei der eine "dry aged Entenbrust" von saisonalem Gemüse und Kartoffel Pavê begleitet und geschmacklich mit dem vietnamesischen Bergpfeffer "M?c Khén" kombiniert wird.
Schon der Anblick dieser Entenbrust ließ meinen Gaumen frohlocken und sorgte für eine innerliches „Wow!“. Glänzend, als käme sie von der KI zeigte doch der erste Biss, dass das einfach hochqualitative Realität ist. Die Haut so knusprig und doch besonders dünn, sodass sich zusammen mit dem saftig-zarten Fleisch in keinster Weise der häufig bei dieser asiatischen Speise gefühlte Fett-Overload im Mund ergab.
Doch damit der geschmacklichen Wolke nicht genug, denn die Sauce stand in ihrer Tiefgründigkeit einer französischen Gourmet-Klassik in nichts nach.
Apropos perfekt und knusprig. Hier kann man die zwei Stücke der Kartoffel Pave wohl nur als exzellentes Erdäpfel-Croissant bezeichnen. Herrlich rösch an der Oberfläche und dank unzähligen Schichten im fast schon Kartoffelpüree-artig cremig.
Als saisonales Gemüse kam Stängelbrokkoli zum Einsatz, der, wie schon die Zucchini meiner Vorspeise, ebenfalls in perfekt knackig gegart und von toller Frische die Freude an der Ente unterstützte.
In allen Komponenten und auch als gesamtes Gericht kann ich das einfach nur als Meisterwerk bezeichnen, das in Erinnerung bleibt.
Somit kann ich meine erste Erfahrung zum "MENMO" also folgendermaßen zusammenfassen.
Die Einrichtung versprüht mit der Qualität der Möbel und der abgestimmten Farbgestaltung, sowie dem Verzicht auf asiatische Folklore-Dekoration eine sehr feine und angenehme Atmosphäre. Dies unterstützt nicht nur den Wohlfühlcharakter, sondern auch den klaren Anspruch, nicht schon im Vorhinein als panasiatisches Allerwelts-Asia-Restaurant angesehen zu werden.
Der für mich aber größte Anziehungspunkt des Restaurants ist definitiv die gebotene, vietnamesisch inspirierte Cuisine, die hier mit viel Anspruch an Qualität, geschmacklicher Komposition und auch Kreativität geboten wird. Vor allem das Gericht um die Ente könnte ich mir ad hoc nicht besser ausmalen, doch auch bei der Jakobsmuschel zur Vorspeise stimmte alles.
Setzt man also diese kompositorische und handwerkliche Qualität mit den Preisen ins Verhältnis, die voll im Durchschnitt der "breiten Masse" an Abendrestaurants liegen, so ist das einfach als außergewöhnlich und phänomenal zu bezeichnen.
Trotzdem kann ich abschließend beim Service nicht die unangenehme Situation am Anfang verschweigen, bei der man auf meine bereits im Vorhinein getroffene Speisenwahl überraschend nicht fröhlich, sondern fast schon etwas belehrend reagiert hat. Auch wenn sich so eine Situation im weiteren Verlaufe nicht wiederholte, spricht es doch nicht für ein entspannt gastliches Gemüt, so sehr über das eigene Menü zu belehren.
Das "MENMO" präsentierte sich mit einer kreativen, köstlichen Kulinarik auf einem geradezu günstigen Preisniveau also wahrlich als ein perfekter Ort für Genussfreunde mit Vorlieben für asiatische Aromen. Dort stimme ich also gerne in die Lobeshymnen mit ein und hoffe aber, dass der angespannte Service-Auftakt vielleicht nur ein Missverständnis und nicht die zu erwartende Regel war.