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Aufzug
"Nationalparkzimmer"
Barrierefreies Bad
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Hunsrücker Kartoffelsuppe
Feldsalat mit Croutons
Zwiebelschnitzel mit Bratkartoffeln
Beilagensalat mit Sahnedressing
Beilagensalat mit Essig/Öl
Neuer Eingangsbereich mit Aufzug














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Außenansicht
Innenansicht 1
Innenansicht 2
Der Wein des Abends
"Something to dip"
Maronencrèmesüppchen
Kürbiscrèmesuppe
Feldsalat mit Speck und Croutons
Zander mit Rahmwirsing und feinen Nudeln
Cordon Bleu vom Schwein mit Gurken-Kartoffelsalat
Maispoulardenbrust im Speckmantel auf Parmesanrisotto und süß-saurem Kürbis (Vorderseite)
Maispoulardenbrust im Speckmantel auf Parmesanrisotto und süß-saurem Kürbis (Rückseite)
Gänsekeule mit Rotkraut, glasierten Maronen und Kartoffelknödel
Warmer Schokobrownie
Nussbutter und ofenwarmes Graubrot
Geschäumte Pfifferlinge im Suppenkleid
John McLane, der Einzelgänger im Gewässer :-))
Parfait von Waldfrüchte
5 auf einen Streich
Frisches Baguette und Kräuterfrischkäse
Rumpsteak von der Färse
Hirschgulasch mit Spätzle und Rotkraut
Auszug der Homepage
Gequellde mit weißem Kees
Zwiwwelkuche un alde Woi
Dampfnudel mit Woisoß
Lewwerknödel und Sauerkraut
Fleeschknepp mit Meerrettichsoß
Aufguss
Pälzer Grumbeersupp
Pälzer Keschdegemies
Dry Aged Forelle „japanische Müllerin Art“
„Gintense Fizz“
Dry Aged Taube von Theo Kieffer über Binchotan gegrillt
Hollandaise
„Ein Stück Käse“
Braeburnapfel über Zimtrinde gegrillt
Zitrussorbet und Sansho-Baiser
Petits Fours

Heizstrahler weisen den Weg
Innenansicht 1
Innenansicht 2
Olivenöl zum Dippen
Tomatensuppe
Genug Brot zum Sattwerden
Der kleine "Grüne"
Spaghetti aus dem Parmesanlaib mit Chiliöl verfeinert
Gut gebräunte Pommes-Beilage
Milanese al Formaggio
Milanese im Detail



wienerlich













Heuer allerdings zieht es uns erneut zu seiner Frau Sarah Henke, die mit dem „YOSO“ ebenfalls einen Stern hält und deren koreanisch-asiatische Küche uns bereits in 2018 begeistern konnte.
Zum Zeitpunkt unseres Besuches hat das Restaurant nur am Samstag Mittag geöffnet und bietet die Abendkarte an. Mittlerweile hat man das Konzept aber offenbar geändert und bietet nun von Dienstag bis Samstag mittags einen Sushi Lunch an, der um einige Vorspeisen und Suppen ergänzt werden kann. Abends gibt es auch weiterhin zwei Menüs , die in vier (76 €), fünf (87 €) oder sechs Gängen (98 €) geordert werden können.
Wir bestellen beide Menüs komplett.
Zum Apéritif starten wir mit einigen Snacks, darunter Rettich, scharf eingelegte Gurke, Sojasprossen, mit Schwein gefüllte Dim Sum. Dazu gibt es auch eine Kürbis-Sellerie-Suppe mit geräuchertem Sellerieschaum. Die ist angenehm pikant und weist eine schöne Räuchernote auf.
Bevor es mit dem eigentlichen Menü losgeht, schickt Sarah Henke noch ein Amuse Bouche in Form eines Stücks Eismeersaibling mit einer Rettichcreme und gepufftem Meerrettich. Auch in diesem, noch nicht allzu komplexen Gericht, tritt eine pikante Schärfe hervor, die zum wiederkehrenden Thema in den folgenden Gängen werden soll.
Sarah Henke hat vor einiger Zeit eine Reise nach Korea unternommen, das Land, in dem sie geboren wurde. Daraus ist ein umfangreiches Buch entstanden und das erste Menü ist der Küche Koreas gewidmet. Das zweite Menü widmet sich den Elementen.
Letzteres beginnt mit Thunfisch, der in schwarzen Rettich gehüllt ist. Das Ganze wird umspielt von feinen Zitrusnoten und gestaltet sich elegant.
Mein Menü startet mit Ying & Yang, begleitet von Kaki-Chutney, das eine prägnante Schärfe zeigt und einem Sesam-Eis. Dieses optisch bereits reizvolle Gericht offenbart seine Finesse aber vor allem, wenn man die oberste Schicht anhebt. In die Mousse von schwarzem Sesam ist eine Spur von eben jenem Chutney und Nüssen gearbeitet. Die fruchtigen und cremigen Noten greifen hier mit dem Crunch der Nüsse wunderbar ineinander. Dieser Gang steigert sich beim Essen, was auch dadurch möglich ist, dass die Schärfe nicht plakativ im Vordergrund steht, sondern erst im Nachgang kommt. Sehr gut!
Im Elemente-Menü geht es weiter mit Kräuterseitling, gebraten und als Tempura sowie Kürbis in Variation. Das ist nur dezent pikant und insgesamt sehr harmonisch.
Experimentierfreudiger wird es auf meinem Teller, auf dem Sellerie als Creme und in Scheiben, wachsweiches Eigelb und gezupftes Entenfleisch gleichberechtigte Partner sind. Pilze und Crunch spielen auch noch mit. Die Selleriescheiben weisen eine deutliche Räuchernote auf und setzen ganz markante Akzente. Das ist komplex, aber ganz leicht zugänglich und wunderbar kombiniert. Ein Top Gang!
Der folgende Adlerfisch ist gut gebraten, aber die Beilagen überzeugen mich nicht. Aubergine und Staudensellerie sind relativ mild und mir persönlich zu weich gegart. Der Tom Kha Fond liefert zwar zusätzliche Tiefe, aber insgesamt fällt dieser Gang für mich etwas ab.
Auch auf meinem Teller wird es in der Aromatik etwas zurückhaltender. Makrele, Calamaretti und Rote Bete bilden einen etwas erdigeren Akkord, der durch eine Creme, mutmaßlich Feige, einen fruchtig, säuerlichen Kontrast erhält. Aber auch hier macht sich im Abgang doch noch etwas Schärfe bemerkbar.
Reduzierter in der Präsentation, aber deutlich kräftiger präsentieren sich beide Menüs im nächsten Gang.
Im Elemente-Menü findet sich Rote Garnele mit sehr ausgeprägtem Eigengeschmack im Wan Tan-Teigblatt, begleitet von einem köstlichen Krustentier-Espuma und – Überraschung – einer eleganten Schärfe.
Ebenso stark der super zarte Schweinebauch mit deutlichen Röstnoten und Kimchi, der hier den nötigen Wumms liefert. Schlicht und auf den Punkt.
Sehr zart geschmort ist auch das Kalbsbäckchen im Hauptgang. Die Belugalinsen sind in einen Mantel aus dünnen Fleischscheiben gerollt. Das ist intensiv und köstlich.
Ich bin mit meinem irischen Lammkarree nicht minder zufrieden. Das Fleisch ist sehr aromatisch, im Brikteigröllchen dazu geschmortes oder confiertes Fleisch. Bohnenkerne, ein Kartoffelteigwürfel und Kichererbsenpüree sorgen für reichlich Abwechslung. Insgesamt sehr lecker.
Im kleinen Weckglas folgt das Pré-Dessert, eine Teecreme und Teegranité mit Vanillecrumble. Erstaunlicherweise schmeckt das für mich weniger nach Tee, dafür eher schokoladig und karamellig. Aber das kommt mir durchaus entgegen. Und als Erfrischung gefällt mir das sehr gut.
Bei den Desserts zeigt sich die Küche noch mal richtig verspielt. Weiße und dunkle Schokolade in Texturen, Bananen-Eis, Erdnusscrumble und Zitrusgel versprechen eine gut funktionierende Kombination und ein unkompliziertes Löffelvergnügen.
Ich habe es ja in der Regel lieber etwas fruchtiger und freue mich daher auf mein Dessert, das mit Mango und Kokos zwei meiner Lieblingszutaten liefert. Auch hier haben wir es mit einer rechten Leistungsschau der Patisserie zu tun, was allerlei Texturen und Zubereitungen belegen. Allerdings können mich hier nur die reinen Fruchtkomponenten und ein Granité wirklich überzeugen. Avocado und Tapioca bleiben, wie häufig, ziemlich neutral, die Kokosmousse sogar vollkommen geschmacksneutral. Schade, hier ist die Optik deutlich bestechender als der Geschmack.
Dafür sind die Petits Fours, ein süßes Sushi mit Kiwi, ein Brownie mit Teecreme und eine Schokoladenpraline dann wieder ohne Makel.
Auch dieser zweite Besuch im „YOSO“ hat uns ausgesprochen gefallen. Die asiatische Küche von Sarah Henke ist durchgehend aromenstark. Hier wird pointiert und nicht zurückhaltend gewürzt. Schärfe ist ein prägendes Element, aber immer so eingesetzt, dass es nicht überdeckt, sondern geschickt unterstützt oder häufig auch erst im Nachgang wirkt. 50 shades of spicyness sozusagen.
Sarah Henke schafft eine gekonnte Verbindung zwischen den Kontinenten. Ist die Aromatik durchaus in Asien verortet, präsentieren sich die Gerichte häufig im Stil dessen, was heutzutage moderne deutsche Küche ausmacht. Zahlreiche Komponenten, Variationen eines Themas, Tupfen. Das stört mich hier nicht, denn in den allermeisten Fällen greifen die Komponenten sinnvoll ineinander. Lediglich bei meinem Dessert war mir etwas zu viel Show und zu wenig Geschmack.
Trotzdem gefielen mir vor allem die Gerichte, die entweder reduziert kamen, wie der Schweinebauch, die Rote Garnele oder mit überraschenden Kombinationen punkteten wie das Ei mit Ente und Sellerie, mein persönliches Highlight.
In jedem Fall verspricht ein Essen bei Sarah Henke Abwechslung und eine asiatische Küche mit einer eigenen Stilistik. Damit passt das „YOSO“ perfekt zum Dreiklang aus „PURS“ und „Ai Pero“.
Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/yoso-andernach-2/